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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Erythroxylum coca

Erythroxylum coca Lam.
(syn. Erythroxylon coca, Erythroxylon peruvianum, Erythroxylum bolivianum, E. peruvianum); Cocastrauch (syn. Kokastrauch).
Fam.: Erythroxylaceae.
Vork.: tropisches Zentral- und Mittelamerika, angebaut v.a. östlich der Anden von Ecuador bis Bolivien, seltener in Indonesien, Indien und Ceylon.
Droge: Cocae folium (syn. Coca, Coca peruvianae folium, Coca folium, Folia Cocae, Folia erythroxyli cicae, Folium cocae); Kokablätter (syn. Cocablätter), die getrockneten Laubblätter. Inh.: Tropan-Alkaloide (0,1-0,7 %, v.a. Cinnamoylcocain, Cocain, daneben α- und β-Truxillin, Benzoylecgonin, Hygrin, Cuskhygrin und Spuren von Nicotin), wenig äther. Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Chlorogensäure, Wachs. Anw.: in der traditionellen Heilkunde der südamerikanischen Ureinwohner dient die Droge als Stimulans zur Anregung, Leistungssteigerung und zum Schutz vor Hunger, Kälte und Schlafbedürfnis. Aufgrund der pharmakologischen Wirkungen des Cocains ist diese Anwendung plausibel. Die stark suchtinduzierenden Effekte des Cocains verhindern den Einsatz der Droge durch gesetzliche Regelungen in den meisten Staaten. Lediglich die Bewohner der Bergregionen Südamerikas nutzen die Droge auch weiterhin ohne gesetzliche Einschränkungen. Dabei werden die Cocablätter unter Zusatz von Asche aus Chenopodium-quinoa-Stengeln, Muschelkalk und Wasser zu Kügelchen geformt, die gekaut werden, wobei das an Gerbstoffe und Pflanzensäuren gebundene Cocain langsam frei wird. Die Droge ist weiterhin Ausgangspunkt für die illegale Herstellung von Cocapaste, die zur Isolation von Cocain dient bzw. als Suchtmittel geraucht wird.
Histor.: Der Cocastrauch wurde bereits lange vor der Ankunft der Spanier im 15. Jh. in Südamerika kultiviert und galt den Indios als göttliche Pflanze. Wahrscheinlich wird die Droge seit mehr als 5 000 Jahren von den Ureinwohnern Südamerikas als Genußmittel gekaut. In Europa diente die im 18. Jh. eingeführte Droge zur Herstellung von Cocawein (Vin Mariani) sowie bis 1903 von Coca Cola. Beide Zubereitungen wurden als Stärkungsmittel bzw. Erfrischungsgetränk mit anregender Wirkung vertrieben.

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