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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Gaultheria procumbens

Gaultheria procumbens L.
(syn. Gaultheria humilis); Amerikanisches Immergrün (syn. Wintergrün).
Fam.: Ericaceae.
Vork.: Nordamerika, Atlantikküste von Kanada bis Georgia, Carolina, Alabama.
Drogen: 1. Folia Gaultheriae procumbens (syn. Folia Gaultheriae); Wintergrünblätter (syn. Kanadischer Tee, Gaultheriablätter), die getrockneten Blätter. Inh.: äther. Öl (0,55-0,8 %, v.a. Salicylsäuremethylester vgl. Formel), Arbutin, Gaultherin (Monotropitosid = Methylsalicylat-Primverosid), Ericolin, Gerbstoffe, Gummi, Harz, Schleim, Wachs. Anw.: als Antiseptikum, Carminativum und Tonikum. Auch als Genußmittel wird die Droge verwendet, und zwar wie Schwarztee. 2. Oleum Gaultheriae; Wintergrünöl (syn. Gaultheriaöl), das äther. Öl der Blätter. Inh.: Methylsalicylat (96-99 %), Triacontan, weitere Ester, Alkohole, Ketone in Spuren. Anw.: als Antirheumatikum innerlich und äußerlich sowie als Antiseptikum. Auch in der Getränkeindustrie und Parfümerie wird die Droge eingesetzt.
Hom.: 1. Gaultheria procumbens HAB1, die frische Pflanze. Anw.-Geb.: bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems, des Stütz- und Bewegungsapparates. 2. Gaultheriae aetheroleum HAB1, das äther. Öl.
Histor.: Der Gattungsname geht auf den kanadischen Arzt Gautier, der die Pflanze in die Heilkunde eingeführt haben soll, zurück. Die Umwandlung des Namens durch Linné führte zur Prägung des Namens Gaultheria. Der Artname procumbens (niederliegend) weist auf die Morphologie des niedrigen Halbstrauches hin, während sich der Name Wintergrün auf die immergrünen Blätter bezieht. In den Heimatgebieten Nordamerikas verwendete man die Droge schon seit altersher als aromatisches Stimulans und Tonikum.



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