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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Gelsemium sempervirens

Gelsemium sempervirens (L.) Jaume St.-Hil.
(syn. Anonymos sempervirens, Bignonia sempervirens, Gelsemium lucidum, G. nitidum, Lisianthus sempervirens); Falscher Jasmin (syn. Gelber Jasmin, Giftjasmin, Wilder Jasmin).
Fam.: Loganiaceae.
Vork.: südliche Staaten der USA, Golfküste Mexikos und Guatemalas.
Droge: Gelsemii rhizoma (syn. Radix Anonymos, Radix Gelsemii sempervirentis, Rhizoma Gelsemii); Gelsemiumwurzelstock, der getrocknete Wurzelstock mit den Wurzeln. Die Droge ist sehr stark giftig! Inh.: monoterpenoide Indolalkaloide (Gelsemin vgl. Formel, Gelsevirin, 21-Oxogelsemin, Gelsemicin, Gelsedin, 14-Hydroxygelsemicin, 14-Hydroxygelsedin, Semperviridin), Phenole (Hydrochinon, Emodinmonomethylether, β-Naphthol, Pyrogallol), äther. Öl (bis ca. 0,5 %). Anw.: in der Volksheilkunde bei Hämorrhoidal- und Uterusblutungen, bei Unruhezuständen, Krämpfen, Fieber, Neuralgien, Zahnschmerzen, Rheuma, akuten Entzündungen der Lunge, Keuchhusten. Tox.: Ausgelöst durch die Alkaloide Gelsemin und Gelsemicin kommt es nach Schwindel, Schluckbeschwerden, Zittern, Muskelstarre bei hohen Dosen zum Tode durch Atemlähmung.
Hom.: 1. Gelsemium sempervirens (Gelsemium) HAB1; die frischen unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: Kopfschmerzen, nervöse Störungen, Infektionskrankheiten, Lähmungen, Krampfleiden. 2. Gelsemium sempervirens, äthanol. Decoctum HAB1, die frischen unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung.
Histor.: Bei den Othomi-Indianern wird die Droge seit langer Zeit zur Bereitung eines Gifttranks ("Bebo-sito"= gläserner Sarg) für Gottesurteile oder Racheakte eingesetzt. Durch die davon hervorgerufenen curareähnlichen Lähmungen ist das Opfer bewegungsunfähig, aber bei vollem Bewußtsein. Der Gattungsname Gelsemium ist die ältere Bezeichnung für Jasmin. Die Pflanze erhielt den Namen nach den jasminähnlichen, duftenden Blättern; sempervirens = immergrün.



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