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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Hamamelis virginiana

Hamamelis virginiana L.
(syn. Hamamelis abdrogyna, H. caroliniana, H. corylifolia, H. dentata, H. dioica, H. estivalis, H. macrophylla, H. nigra, H. parvifolia, H. rotundifolia, H. virginata, H. virginica, H. virginiae, Trilopus dentata, T. estivalis, T. nigra, T. parvifolia, T. rotundifolia, T. virginica); Hamamelis (syn. Hexenhasel, Virginischer Zauberstrauch, Virginische Zaubernuß, Zauberhasel, Zaubernuß).
Fam.: Hamamelidaceae.
Vork.: atlantisches Nordamerika. Als winterharte Pflanze auch in Mitteleuropa kultiviert.
Drogen: 1. Hamamelidis aqua (syn. Aqua Hamamelidis, Aqua Hamamelidis corticis, Liquor Hamamelidis); Hamameliswasser, die nach Mazeration der frisch geschnittenen und teilweise getrockneten Zweige mit Wasser und anschließender Destillation des Mazerats und Versetzen mit Ethanol erhaltene Flüssigkeit. Inh.: äther. Öl. Anw.: zur Wundbehandlung, in der Kosmetik. 2. Hamamelidis cortex (syn. Cortex Hamamelidis); Hamamelisrinde (syn. Virginische Zaubernußrinde, Wünschelrutenrinde, Zauberhaselrinde, Zauberstrauchrinde), die getrocknete, zerkleinerte Rinde der Stämme und Zweige. Inh.: Gerbstoffe vom Tannin-Typ (bis 9 %), u.a Hamamelitannin und Monogalloylhamamelosen vgl. FormelMamamelose. Außerdem äther. Öl (0,1 %) und Flavonoide. Anw.: Dekokte aus 5-10 g Droge auf ca. 250 ml Wasser zu Umschlägen und Spülungen, u.a bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie leichten Hautverletzungen, Hämorrhoiden und Krampfaderbeschwerden. Bestandteil entsprechender Arzneifertigpräparate. Volkstümlich u.a. zur Unterstützung der Therapie akuter, unspezifischer Durchfallerkrankungen. 3. Hamamelidis folium (syn. Folia Hamamelidis); Hamamelisblätter (syn. Wünschelrutenblätter, Zauberhaselblätter, Zauberstrauchblätter), die getrockneten Blätter. Inh.: Gerbstoffe (bis 8 %), bes. Hamamelitannin sowie einfache und oligomere Proanthocyanidine. Anw.: s. Hamamelisrinde.
Hom.:1. Hamamelis virginiana HAB1; Virginischer Zauberstrauch, die frische Rinde der Wurzeln und Zweige. Anw.-Geb.: Erkrankungen des venösen Gefäßsystems, der Haut und bei Gerinnungsstörungen. 2. Hamamelis virginiana, äthanol. Decoctum HAB1; die getrocknete Rinde der Stämme und Zweige. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung. 3. Hamamelis virginiana e cortice et ex summitatibus HAB1; Gemisch aus einem Teil frischer Zweigrinde und zwei Teilen frischen Zweigspitzen. 4. Hamamelis virginiana e folis HAB1; die frischen Blätter. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung.
Histor.: Der Name Hamamelis setzt sich aus dem griechischen hama (gleichzeitig) und melon (Apfel, Frucht) zusammen, da der Baum im gleichen Jahre vor dem Blühen Früchte trägt. Aus dem gleichen Grunde wurde auch die Bezeichnung "Zaubernuß" geprägt. Die Droge wurde von den Indianern Nordamerikas sehr geschätzt und vielfältig angewendet, bes. als Wundheilmittel. Nach Europa gelangte der Strauch erst im 18. Jh. und zwar als Ziergewächs.



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