Direkt zum Inhalt

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Ipomoea violacea

Ipomoea violacea L.
(syn. Ipomoea tricolor); Piule (syn. Tlililtzin), vgl. Abbildung.
Fam.: Convolvulaceae.
Vork.: tropische Gebiete Amerikas.
Droge: Ipomoea-violacea-Samen (syn. Ololiuqui, Piule), die getrockneten Samen. Inh.: Indolalkaloide (0,02-0,05 %, v.a. Lysergsäureamid, Isolysergsäureamid, Ergin, Isoergin, Chanoclavin, Elymoclavin, Ergometrin) und Indolizidinalkaloide (v.a. Ipalbidin und Ipalbin vgl. Formel ). Anw.: In Südmexiko werden die Samen dieser Pflanze als wichtiges Halluzinogen für die Wahrsagerei und rituelle Handlungen seit Urzeiten genutzt. Dabei wird aus der gepulverten Droge ein Getränk zubereitet, das v.a. die psychoaktiven Indolalkaloide enthält und einen langanhaltenden Rausch erzeugt, verbunden mit Müdigkeit, Apathie, Gefühl der Leere und Unwirklichkeit sowie der völligen Bedeutungslosigkeit der Außenwelt bis hin zu psychotischen Reaktionen. Auch in den USA werden die Samen als Rauschmittel (morning glory seeds) benutzt, dabei bewirken ca. 100-150 g Samen die gleiche Wirkung wie etwa 100 µg LSD.



Ipomoea violacea, Piule



Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Partnerinhalte