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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Juglans regia

Juglans regia L.
Walnußbaum.
Fam.: Juglandaceae.
Heim.: Kleinasien, kultiviert in Mitteleuropa, Nordafrika, Nordamerika.
Drogen: 1. Juglandis folium (syn. Folia Juglandis); Walnußblätter (syn. Nußblätter, Nußbaumblätter), die getrockneten Laubblätter. Inh.: Gerbstoffe (ca. 10 %, Typ: Ellagitannine), Naphthochinonderivate, u.a. Juglon vgl. Formel und Hydrojuglonglucosid, Flavonoide (ca.3,4 %), u.a. Hyperosid und Quercitrin sowie Kämpferolglykoside, Kaffeesäurederivate, äther. Öl (ca. 0,01-0,03 %) mit Germacren D als Hauptkomponente sowie Ascorbinsäure (0,85-1 %). Anw.: äußerlich als Adstringens für Bäder, Spülungen und als Umschläge bei Hautleiden, u.a. Akne, Ekzeme, Scrophulose sowie bei übermäßiger Schweißabsonderung. Volkstümlich zudem als Magentee sowie bei Darmkatarrhen. 2. Cortex Juglandis nucum (syn. Cortex Juglandis fructus); Grüne Walnußschalen, die frischen Fruchtschalen. Inh.: α- und β-Hydrojuglon (Glykoside), Gerbstoffe, Vitamin C. Anw.: Adstringens, als schweißhemmendes Mittel, zu Bädern und Umschlägen. Auch in der Veterinärmedizin, zur Likörherstellung und als Haarfärbemittel wird die Droge verwendet. 3. Nuces Juglandis; Walnüsse (syn. Welschnüsse), die reifen Samenkerne. Inh.: fettes Öl (ca. 40-60 %), Lipide. Anw.: Nahrungs- und Genußmittel, in der Süßwarenindustrie oft als Mandelersatz. 4. Oleum Juglandis; Nußöl, das aus den Kernen kaltgepreßte, fette Öl. Inh.: Triglyceride der Linol-, Linolen-, Myristin- und Laurinsäure. Anw.: als Speiseöl und in der Kosmetik, technisch zur Gewinnung von Farben und Firnissen. 5. Oleum Juglandis nucum infusum; Walnußschalenöl, ein mit Oleum Arachidis (Arachis hypogaea) in der Wärme hergestellter Auszug aus Walnußschalen. Anw.: in der Kosmetik.
Hom.: Juglans regia HAB1, die frischen Blätter und die frischen grünen Fruchtschalen zu gleichen Teilen. Anw.-Geb.: eitrige Hautausschläge, Lymphknotenentzündungen, Leberstörungen, Kopfschmerzen, Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Histor.: Der Gattungsname Juglans setzt sich zusammen aus jóvis, dem Genitiv von Jupiter, und glans (Eichel) und bedeutet somit Jupiters Eichel, "Jupiternuß". Der Name entspricht der lateinischen Übersetzung aus dem griechischen Diós bálanos. Die Bezeichnung erklärt sich daraus, daß die alten Römer die Nüsse, die frisch einer Eichel ähneln, für eine Götterspeise hielten. Dabei ist das Wort Nuß nicht dem lateinischen nux entlehnt, sondern echt germanisch. Der Name Walnuß, entstanden aus Walchnuß, bedeutet "welsche Nuß". Als Arzneidroge wurden die Walnüsse bereits von Dioskurides beschrieben und u.a. auch in einer Kombination gegen Pfeilgifte genutzt. Die grünen Nußschalen kamen auch als Haarfärbemittel zum Einsatz.



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