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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Krameria triandra

Krameria triandra Ruiz et Pav.
(syn. Krameria canescens, K. iluca, K. lappacea, K. linearis, K. pentapetala, Landia lappacea); Peru-Ratanhia (syn. Ratanhia, Payta-Ratanhia).
Fam.: Krameriaceae.
Vork.: Der 30 bis 100 cm hohe Strauch ist vorzugsweise in den Andenregionen (in 600-3600 m Höhe) Südamerikas, v.a. Perus, zu finden.
Droge: Ratanhiae radix (syn. Radix Ratanhiae, Radix Krameriae); Ratanhiawurzel. Inh.: Die rotbraune Wurzel enthält neben Flavonolen (Catechin) vor allem ca. 10 % kondensierte Gerbstoffe (Proanthocyanidine aus 5 bis 10 Flavonoleinheiten aufgebaut), die besonders in der Wurzelrinde lokalisiert und für die adstringierende Wirkung verantwortlich sind. Weiterhin werden Phlobaphene (Ratanhiarot), Neolignane und Norneolignane in geringer Konzentration (< 0,3 %) gefunden. Anw.: Die alkoholische Ratanhiatinktur (Tinctura Ratanhiae) wird zur lokalen Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet. Innerlich wird die Droge in der Volksheilkunde zur Behandlung von Durchfällen, Erkrankungen der weiblichen Genitalorgane und der Harnwege eingesetzt. Auch bei Hämorrhoiden, blutenden Wunden, Verbrennungen und Hautgeschwüren finden Ratanhiawurzel-Zubereitungen Anwendung.
Hom.: Krameria triandra HAB1, die getrocknete Wurzel. Anw.-Geb.: schmerzhafte Erkrankungen des Enddarms, Schleimhautblutungen.
Histor.: Den Namen Krameria erhielt die Gattung nach dem österreichischen Militärarzt J.H. Kramer, der Artname triandra wurde wegen der drei Staubgefäße gewählt. Der Name Ratanhia soll auf die alte peruanische Quechuasprache zurückgehen. Die Peruanerinnen benutzten die Wurzel seit alters her zur Pflege ihrer Zähne. Nach Europa kam die Droge durch den spanischen Botaniker Ruis (1796). Über England und Frankreich gelangte sie schließlich nach Deutschland, wo sie seit etwa 1818 pharmazeutisch genutzt wird.

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