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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Laburnum anagyroides

Laburnum anagyroides Medik.
(syn. Cytisus laburnum, Genista laburnum, Laburno cytisus, Laburnum laburnum, Laburnum vulgare); Gemeiner Goldregen (syn. Bohnenbaum, Geißklee, Kleebaum), vgl. Abbildung.
Fam.: Fabaceae (Papilionaceae).
Vork.: südliches Mittel- und Osteuropa.
Drogen: 1. Folia Laburni (syn. Laburni folium); Laburnum-anagyroides-Blätter (syn. Goldregenblätter), die getrockneten Blätter. Inh.: Chinolizidinalkaloide, deren Gehalt während der Vegetationsperiode auf nahezu null sinkt. Anw.: früher als schleimlösendes und abführendes Mittel; in Notzeiten mitunter als Tabakersatz. 2. Semen Cytisi laburnum; Laburnum-anagyroides-Samen (syn. Goldregen-Samen), die aus den Hülsen entfernten Samen. Inh.: Chinolizidinalkaloide (1-3 %) mit Cytisin als Hauptalkaloid. Anw.: früher als Atmungsanaleptikum (TD: 3 mg) sowie als Raucherentwöhnungsmittel (TD: 9 mg, auf 6 Gaben verteilt) sowie volkstümlich bei Verstopfung, zur Entwässerung, als Asthma- und Brechmittel. Geg.: In höheren Dosen ist die Droge toxisch. Die Toxizität ist vor allem durch das Cytisin bedingt, das an den nicotinergenen Acetylcholin-Rezeptoren des ZNS, der Ganglien und der neuromuskulären Endplatte angreift.
Hom.: Laburnum anagyroides HAB 1; Goldregen, gleiche Teile der frischen Blätter und Blüten. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Histor.: Der heutige Gattungsname Laburnum soll vom lateinischen alburnum abstammen, womit Plinius das Splintholz bezeichnete, während die Bezeichnung Cytisus von der Insel Kythisos herrühren soll. Der Artname wird mit der Ähnlichkeit mit Anagyros foetida, dem Stinkstrauch, in Verbindung gebracht. Die deutschen Namen Goldregen und Bohnenbaum weisen auf die goldgelben Blütentrauben bzw. auf die bohnenähnlichen Früchte hin. Das harte Holz des Baumes wird auch für Drechsler- und Schreinerarbeiten genutzt.



Laburnum anagyroides, Gemeiner Goldregen

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