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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Ledum palustre

Ledum palustre L.
Sumpfporst (syn. Porschkraut, Wilder Rosmarin, Mottenkraut, Porst), vgl. Abbildung.
Fam.: Ericaceae.
Vork.: Mittel- und Nordeuropa, Nordasien sowie Nordamerika, auf Hochmooren bestandbildend.
Droge: Ledi palustris herba (syn. Herba Anthos silvestris, Herba Rosmarini silvestris, Herba Ledi palustris, Ledum); Porstkraut (syn. Sumpfporstkraut, Wilder Rosmarin, Mottenkraut), das getrocknete Kraut. Inh.: äther. Öl (1-2,5 %) mit Ledol (Porstkampfer) vgl. Formel und Palustrol, einem tricyclischen Sesquiterpenalkohol. Wirk.: Sesquiterpenalkohole besitzen berauschende und narkotisierende Eigenschaften. Anw.: früher als Narkotikum und Expektorans bei Keuchhusten sowie bei rheumatischen Beschwerden, mißbräuchlich auch als Abortivum, die meist mit Vergiftungen verbunden waren.
Hom.: Ledum palustre HAB 1; Sumpfporst, die getrockneten Zweige. Anw.-Geb.: Gicht und Gelenkrheumatismus, Verstauchungen, Stich- und Bißverletzungen, Keuchhusten und andere Entzündungen der Atemwege, Haut- und Schleimhautblutungen.
Histor.: Der Gattungsname stammt vom griechischen lédon, lédos (Wollstoff) ab und bezieht sich auf die wollig-filzigen Blätter. Der Artname palustre vom lateinischen palus (Sumpf) weist auf den bevorzugten Standort der Pflanze, die sumpfigen, nordischen Moorgebiete, hin. Als nordische Pflanze war der Sumpfporst im Altertum unbekannt. Erste Erwähnung findet er in den Kräuterbüchern des 16. Jh. Seine Aufnahme in die Heilkunde geht auf Erfahrungen schwedischer Ärzte zurück. Die Blüten und Jungtriebe verwendete man u.a. gegen Fieber, Gicht, Bronchialkatarrh und Hautleiden.



Ledum palustre, Sumpfporst



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