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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Leonurus cardiaca

Leonurus cardiaca L.
(syn. Cardiaca trilobata, C. vulgaris, Leonurus campestris, L. canescens, L. trilobatus); Echtes Herzgespann (syn. Bärenschweif, Herzgespann, Mutterwurz, Wolfstrapp).
Fam.: Lamiaceae (Labiatae).
Vork.: Mitteleuropa und Skandinavien bis Zentralasien, in Nordamerika eingeschleppt und verwildert.
Droge: Leonuri cardiacae herba (syn. Leonuri herba, Herba Leonuri cardiacae); Herzgespannkraut, das getrocknete Kraut. Inh.: Iridoide, u.a. Ajugol (Leonurid), Diterpenbitterstoffe vom Labdantyp, u.a. Leocardin vgl. Formel, ferner Stachydrin (N-Dimethyl-L-prolin), Leonurin (Syringasäureester des 4-Guanidino-butan-1-ols), phenylpropanoide Esterglykoside, u.a. Kaffeesäurerutinosid, Flavonoide, u.a. Rutosid, Quercitrin und Hyperosid sowie geringe Mengen äther. Öl. Anw.: bei nervösen Herzbeschwerden, als Adjuvans bei Schilddrüsenüberfunktion, bei klimakterischen Beschwerden. Bestandteil einiger Phytopharmaka.
Hom.: Leonurus cardiaca HAB 1, die frischen, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: Herzbeschwerden bei Blähsucht und bei Schildrüsenerkrankung.
Histor.: Wegen des Aussehens der Scheinähren wurde der Gattungsname vom griechischen léon (Löwe) und urá (Schwanz) gebildet. Der Name cardiaca wurde bereits bei Theophrast gebraucht, wohl unter Bezug auf die Anwendung der Pflanze bei Erkrankungen des Herzens (kardia = Herz) und des Magens; denn Herzgespann bezeichnete früher den Magenkrampf. Bereits das erste in deutscher Sprache erschienene Kräuterbuch, der "Hortus Sanitatis" (Mainz 1485) empfiehlt die Pflanze gegen Herzkrämpfe, Magendrücken und Engbrüstigkeit. Diese Anwendungen setzen die späteren Kräuterbücher fort.



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