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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Lobelia inflata

Lobelia inflata L.
(syn. Dortmannia inflata, L. cliffordiana, L. michauxie, Rapuntium inflatum); Lobelie (syn. Aufgeblasene Lobelie, Indianer-Tabak), vgl. Abbildung.
Fam.: Campanulaceae.
Vork.: Nordamerika, von Kanada bis südlich nach Georgia und Alabama, Rußland, Indien, dort auch kultiviert.
Droge: Lobeliae herba (syn. Herba Lobeliae, Herba Lobeliae inflatae); Lobelienkraut (syn. Indianischer Tabak, Indischer Tabak), die getrockneten oberirdischen Teile. Inh.: Alkaloide, besonders α-Lobelin vgl. Formel, daneben u.a. Lobelidin, Lobelanidin vgl. Formel und Lobelanin vgl. Formel, und Norlobelanin sowie Chelidonsäure, Lobeliasäure und Phenyloxypropionsäure. Anw.: als Analeptikum, Brechmittel und Expektorans bei Asthma bronchiale und Bronchitis. Die Anwendung bei diesen Indikationen ist wegen unzuverlässiger Wirkung heute obsolet.
Hom.: Lobelia inflata HAB 1, die ganze, frische, blühende Pflanze. Anw.-Geb.: Störungen des vegetativen Nervensystems und des Atemzentrums mit Blutdruckabfall, Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Schwangerschaftserbrechen.
Histor.: Bereits die Ureinwohner Nordamerikas nutzten die Pflanze als Heilmittel für verschiedene Erkrankungen. Ende des 17. Jh. kam sie nach Europa, Linné kultivierte und beschrieb sie 1741 in Uppsala. Seit 1812 wurde Lobelienkraut bei Asthma bronchiale in den USA verwendet und fand über England auch Eingang in die deutschen Arzneibücher. Der Gattungsname Lobelia wurde nach dem flandrischen Botaniker Mathias de l' Obel (1538-1616) geprägt; während inflata (lat., aufgeblasen, aufgeschwollen) auf die bauchigen Früchte der Pflanze hinweist.



Lobelia inflata, Lobelie







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