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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Lolium temulentum

Lolium temulentum L.
Taumellolch (syn. Schlafweizen, Schwindelhafer), vgl. Abbildung.
Fam.: Gramineae.
Vork.: Europa, Asien, Nordafrika.
Droge: Semen Lolii temulenti (syn. Fructus Lolii); Taumellolchsamen (syn. Taumellolchfrüchte), der reife Samen. Die Droge ist giftig! Inh.: Temulin (ca. 0,06 %), Perlolin, Norlolin und Lolin vgl. Formel (Pyrrolizidin-Alkaloide), fettes Öl, freie Fettsäuren, Fructosane, Gerbstoffe. Anw.: früher in der Volksheilkunde bei Rheuma und Gicht, bei verzögerter Menstruation, Blutvergiftung, Flechten und Geschwüren.
Hom.: Lolium temulentum HAB 34, die reifen, getrockneten Früchte. Anw.-Geb.: Durchblutungsstörungen des Gehirns, Gangstörungen, Magenbeschwerden, Neuralgien, Schlaflosigkeit. Die Anwendung ist umstritten.
Histor.: Die Samen des Taumellolches wurden bereits im Altertum für narkotisch-giftig gehalten und als Heilmittel eingesetzt. Dioskurides benutzte das Mehl der Droge zur Behandlung von Geschwüren, Flechten, Aussatz sowie von Unfruchtbarkeit. Vergiftungsfälle mit Taumellolchsamen sind häufig durch verunreinigtes Getreidemehl entstanden. Sie gingen mit Erbrechen, Magenbeschwerden, Atemnot einher und endeten in einem tiefen Schlaf. Die Droge wurde in der Vergangenheit auch dem Bier zugesetzt, um dessen berauschende Wirkung zu verstärken. Der Gattungsname Lolium war bei den Römern die Bezeichnung für ein schädliches Ackerunkraut und wurde später auf den Taumellolch übertragen. Der Artname temulentum (lat., betäubend) bringt die narkotisierenden Eigenschaften des Krautes zum Ausdruck.



Lolium temulentum, Taumellolch



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