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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Lycopus-Arten

Lycopus-Arten

Fam.: Lamiaceae (Labiatae).

Lycopus europaeus L. (syn. Lycopus aquaticus, L. palustris, L. vulgaris); Wolfstrapp (syn. Gemeiner Wasserandorn, Gemeiner Wolfsfuß, Uferwolfstrapp, Wolfsfuß, Zigeunerkraut), vgl. Abbildung.
Vork.: Eurasien, in Nordamerika eingebürgert.
Droge: Lycopi herba (syn. Herba Lycopi, Herba Lycopi europaei, Herba Marrubii aquatici, Lycopi herba, Lycopi europaei herba); Lycopus-europaeus-Kraut (syn. Wasserandornkraut, Wolfsfußkraut, Wolfstrappkraut, Zigeunerkraut), die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile. Inh.: Hydroxyzimtsäurederivate, u.a. p-Cumar-, Kaffeesäure und Rosmarinsäure, Flavonoide (ca. 2,3 %), u.a. Luteolin-7-glucosid und Luteolin-7-glucuronid sowie Flavonolglykoside, Cumarine, Gerbstoffe, Triterpene, u.a. Ursolsäure, sowie äther. Öl (ca. 0,2 %), u.a. mit Bornylacetat, Camphen, Campher, Geraniol, Limonen und Linalool. Anw.: leichte Schilddrüsenüberfunktion mit vegetativ-nervösen Störungen sowie prämenstruelle Spannungen und Schmerzen in den Brustdrüsen (Mastodynie). Volkstümlich auch bei Fieber.
Hom.: Lycopus europaeus HAB 1; die frischen, oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: bei Erkrankungen der Schilddrüse und des Herzens, u.a. Herzklopfen, besonders bei Schilddrüsenüberfunktion.



Lycopus europaeus, Wolfstrapp

Lycopus virginicus L. (syn. Lycopus macrophyllus, L. uniflorus); Virginischer Wolfsfuß (syn. Virginischer Wolfstrapp).
Vork.: Nordamerika, Kanada.
Droge: Herba Lycopi virginici (syn. Lycopi virginici herba); Lycopus-virginicus-Kraut (syn. Virginisches Wolfstrappkraut, Wolfstrappkraut), die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten, oberirdischen Teile. Inh.: wenig äther. Öl, Lycopin (Glykosid), Harz, Gallussäure (ca. 10 %). Anw.: in der Volksheilkunde als Tonikum, Adstringens sowie bei leichter Hyperthyreose.
Hom.: Lycopus virginicus HAB 1; Wolfstrappkraut, die zur Blütezeit geernteten frischen, oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: bei Erkrankungen der Schilddrüse und des Herzens.

Lyopus lucidus Turcz.
Vork.: gemäßigte Zonen Ostasiens und Nordamerikas.
Droge: Herba Lycopi (syn. Lycopi Herba); Lycopus-lucidus-Kraut, die zwischen Sommer und Herbst geernteten, getrockneten oberirdischen Pflanzenteile. Inh.: äther. Öl, u.a. mit Carvacrol, Caryophyllen, trans-Caryophyllen; Flavonoide, wie Linarin; Sterole, Triterpensäure, u.a. Betulinsäure, Euscapinsäure, Oleanolsäure und Tormentinsäure. Anw.: in der traditionellen chinesischen Heilkunde bei Regelstörungen, Amenorrhoe, schmerzhafter Regel, postparenteralen Stauungen und Unterleibsschmerzen sowie äußerlich als Wundheilmittel. In Japan werden die Wurzelstöcke der Pflanze gekocht und als Gemüse gegessen.

Histor.: Mit der Gattungsbezeichnung Lycopus, die sich vom griechischen lýkos (Wolf) und pous (Fuß) ableitet, sollte die Ähnlichkeit der Zweigspitzen mit einem Tierfuß zum Ausdruck kommen.

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