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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Mallotus philippinensis

Mallotus philippinensis (Lam.) Muell. Arg.
(syn. Croton coccineus, C. montanus, C. philippinensis, Echinus philippinensis, Rottlera affinis, R. aurantioca, R. manilensis, R. philippinensis, R. tinctoria); Kamalabaum (syn. Kamalapflanze).
Fam.: Euphorbiaceae.
Vork.: Äthiopien, Südarabien, Indien, Sri Lanka, Südchina, Südostasien, Australien.
Drogen: 1. Glandulae Kamala (syn. Glandulae Rottlerae, Malloti glandulae, Rottlerae glandulae); Kamala, die von der Frucht abgeriebenen Haarorgane (Drüsen und Haare). Inh.: Phloroglucinderivate (47-80 % Harze mit Rottlerin vgl. Formel und Isorottlerin sowie ihren Derivaten), Glykoside, Gerbsäure, organische Säuren, Gummi, Zucker, Stärke, Wachs, Cellulose. Anw.: in der indischen und arabischen traditionellen Heilkunde bei Wurmbefall, Tumoren, Lepraläsionen, Miktionsstörungen und zur Empfängnisverhütung. Da die Wirkung unsicher ist, wird die Droge heute als obsolet betrachtet. In der Veterinärmedizin wurde die Droge bei Wurmerkrankungen von Haustieren eingesetzt, allerdings ist die Wirkung auch hier unsicher. 2. Mallotus-philippinensis-Samen; die reifen Samen. Inh.: Cardenolide (0,08 %, v.a. Corotoxigeninrhamnosid), fettes, trocknendes Öl (20-30 % mit ungesättigten Fettsäuren), Phloroglucinderivate, v.a. Rottlerin, 4-Hydroxyrottlerin und Rubranin. Anw.: in der indischen Volksheilkunde zur Wundbehandlung bzw. bei Pilzinfektionen. In der Kosmetik wird das Öl zur Herstellung von Salben bzw. im Haushalt als Gewürz verwendet (Camulöl). Auch als Bestandteil von Firnissen oder als Brennöl kommt es zum Einsatz.
Hom.: Kamala HAB 34, die braunroten, auf den Früchten sitzenden Drüsen und Büschelhaare. Anw.-Geb.: Hautausschläge.
Histor.: Der Kamalabaum diente in Indien seit altersher kultischen Zwecken und wird bereits 500 v.Chr. erwähnt. Die Verwendung der Glandulae Kamala für die Färberei wird häufig in alten Schriften genannt. Für arzneiliche Zwecke ist die Droge erst 1841 als wurmtreibendes Mittel empfohlen worden und dann 1864 in die englische bzw. 1882 in die deutsche Pharmakopöe aufgenommen worden. Der Gattungsname Mallotus leitet sich vom griechischen mallotos (langwollig) ab und nimmt Bezug auf die Früchte, die meist mit langen, weichen Stacheln besetzt sind. Die Drogenbezeichnung Kamala ist indischen Ursprungs.



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