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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Melissa officinalis

Melissa officinalis L.
(syn. Melissa altissima, M. graveolens, Thymus melissa); Melisse (syn. Citronelle, Herzkraut, Zitronenmelisse), vgl. Abbildung.
Fam.: Lamiaceae (Labiatae).
Vork.: östliches Mittelmeergebiet, Westasien, in Mitteleuropa kultiviert.
Drogen: 1. Melissae aetheroleum (syn. Aetheroleum Melissae, Melissae oleum, Oleum Melissae); Melissenöl, das äther. Öl der Pflanze. Inh.: Monoterpenaldehyde als Geruchsträger (ca. 40-75 %, v.a. Geranial, Neral und Citronellal, ferner Linalool, Geraniol und Geranylacetat), Sesquiterpene, u.a. β-Caryophyllen und Germacren D sowie Spuren von einer Vielzahl weiterer Verbindungen. Anw.: in der Volksheilkunde eingesetzt gegen Blähungen, in der Aromatherapie zur Beruhigung sowie als Diaphoretikum. Auch eine gewisse virostatische Wirkung kommt der Droge zu, besonders gegen Herpes-Viren. Klinische Daten liegen dazu allerdings noch nicht vor. In der Kosmetik und als Bestandteil von Badeölen wird die Droge vielfach verwendet. 2. Melissae folium (syn. Folia Melissae citratae, Folium Citronellae, Folium Melissae); Melissenblätter (syn. Frauenkraut, Herzkraut, Zitronenkraut, Zitronenmelisse), die getrockneten Laubblätter. Inh.: äther. Öl (0,02-0,8 %, Zusammensetzung s. Melissae aetheroleum), Gerbstoffe (3-5 %, v.a. Rosmarinsäure, Kaffeesäurederivate), Phenolcarbonsäuren und Derivate, Flavonoide, Triterpensäuren (Ursolsäure), Bitterstoff, Bernsteinsäure, Aesculetin. Anw.: bei nervös bedingten Einschlafstörungen sowie funktionellen Magen-Darm-Beschwerden oft als Bestandteil von Phytopharmaka. In der Volksheilkunde wird die Droge weiterhin gegen Hysterie, Melancholie, bei chronischen Bronchialkatarrhen, nervösem Herzklopfen, Migräne sowie zur Steigerung der Gallensekretion eingesetzt. Im Haushalt werden frische Melissenblätter als Gewürz für Salate und Soßen verwendet. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 2 Teelöffel (ca. 3 g) geschnittene Melissenblätter. Als Tagesdosis werden 8-10 g Droge empfohlen.
Hom.: Melissa HAB 34, die frischen Blätter. Anw.-Geb.: Regelstörungen.
Histor.: Im Altertum wurde die Melisse v.a. als Bienenfutterpflanze kultiviert (melissa bezeichnet im griechischen die Honigbiene). Die antiken Ärzte nutzten sie aber auch als Heilpflanze bei Frauenleiden. Später wurde die Pflanze von den Arabern kultiviert. In Deutschland ist ein Anbau der Melisse erst zu Beginn des 16. Jh. festzustellen. Als Bestandteil des Karmelitergeistes bzw. des späteren Spiritus Melissae compositum spielte die Droge als Hausmittel mit breiter Anwendung eine wichtige Rolle.



Melissa officinalis, Melisse

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