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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Mercurialis-Arten

Mercurialis-Arten

Fam.: Euphorbiaceae.

Mercurialis annua L.; Einjähriges Bingelkraut (syn. Gartenbingelkraut, Schuttbingelkraut).
Vork.: Europa, besonders im Mittelmeergebiet.
Droge: Herba Mercurialis; Bingelkraut, das getrocknete Kraut. Inh.: Saponine (ca. 1 %), äther. Öl, Bitterstoff, Cyanglykoside, Flavonoide, u.a. Kämpferolglykoside und Rutin. Anw.: in der Volksheilkunde als Diuretikum und Laxans.

Mercurialis perennis L.; Ausdauerndes Bingelkraut (syn. Waldbingelkraut).
Vork.: Europa.
Droge: Herba Mercurialis; Bingelkraut, das getrocknete Kraut. Inhaltsstoffe und Anwendung s. Mercurialis annua.
Hom.: 1. Mercurialis perennis HAB; die frische, ganze, zur Blütezeit geerntete Pflanze. Anw.-Geb.: seltene oder ausbleibende Regelblutung. 2. Mercurialis perennis ferm. 34c HAB 1; die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. Anw.-Geb.: in der anthroposophischen Therapierichtung bei Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Histor.: Herba Mercurialis war bereits den Ärzten des 4. und 5. Jh. v.Chr. als abführende und harntreibende Droge bekannt. Auch in der Volksheilkunde wurde sie vielfältig eingesetzt und stand in dem Ruf, die Erzeugung männlicher Nachkommenschaft zu begünstigen, daher der Name "Bengelkraut" in alten Quellen. Der Gattungsname wurde nach dem Gott Merkur benannt, da dieser der Sage nach die Heilkräfte der Pflanze entdeckt haben soll. Die deutsche Bezeichnung Bingelkraut kann auch vom althochdeutschen bungo (Knoten) abgeleitet werden.

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