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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Myrtus communis

Myrtus communis L.
Echte Myrte (Braut-Myrte), vgl. Abbildung.
Fam.: Myrtaceae.
Vork.: Mittelmeergebiet bis Nordwest-Himalaya.
Drogen: 1. Myrti aetheroleum (syn. Oleum Myrti); Myrtus-communis-Blätteröl, das aus den Blättern und Zweigspitzen gewonnene äther. Öl. Inh.: bes. 1,8-Cineol (12-45 %), α-Pinen (15-38 %), Myrtenol (bis 5 %) vgl. Formel, Myrtenylacetat (4-20 %) sowie Limonen (2-19 %). Anw.: volkstümlich bei Erkrankungen der Atmungsorgane sowie bei Blasenleiden. 2. Myrti folium (syn. Folia Myrti); Myrtenblätter, die getrockneten Blätter. Inh.: äther. Öl (0,1-0,5 %, s. Myrti aetheroleum), phenolische Verbindungen, u.a. Gerbstoffe (bis 20 %), Flavonoide und Phloroglucinderivate (Myrtucommulon A und B). Anw.: volkstümlich bei Erkrankungen der Atmungsorgane, Hämorrhoiden und Prostataerkrankungen.
Hom.: Myrtus communis HAB 34; Myrte, die frischen, blühenden Zweige. Anw.-Geb.: Erkrankungen der unteren Atemwege (Bronchitis), der Nieren und ableitenden Harnwege.
Histor.: Der Gattungsname Myrtus geht auf das griechische mýron (wohlriechender Saft, Balsam) zurück und bezieht sich auf den Duft der Droge. Myrte hatte im Kult- und Sagenkreis verschiedener Völker von jeher Bedeutung. Nach einer altarabischen Überlieferung hat bereits Adam einen Myrtensproß aus dem Garten Eden als Erinnerung an das paradiesische Glück mitgenommen. Myrtenzweige und -blüten galten über alle Zeiten als Symbol der Jugend und Schönheit sowie der Jungfräulichkeit, so auch der Myrtenkranz am Hochzeitstage. Auch die medizinische Verwendung der Droge ist bereits in den hippokratischen Schriften dokumentiert.



Myrtus communis, Echte Myrte



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