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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Paeonia officinalis

Paeonia officinalis (L.) emend. Willd.
(syn. Paeonia feminea, P. foemina). Echte Pfingstrose (syn. Garten-Pfingstrose, Gichtrose, Großblumige Pfingstrose).
Fam.: Paeoniaceae.
Vork.: Gebirgsgegenden im südlichen Europa.
Drogen: 1. Paeoniae flos (syn. Flores Paeoniae, Flores Rosae benedictae, Paeonia petalum); Pfingstrosenblüten (syn. Bauernrosenblüten, Gichtrosenblüten, Päonienblüten, Paeonienblüten), die schnell getrockneten Kronblätter. Inh.: Anthocyanglykoside und Gerbstoffe. Anw.: volkstümlich u.a. bei Haut- und Schleimhauterkrankungen, Rhagaden bei Hämorrhoiden, rheumatischen Beschwerden und Erkrankungen im Bereich der Atemwege. 2. Paeoniae radix (syn. Radix Paeoniae, Radix Rosae benedictae); Pfingstrosenwurzel (syn. Bauernrosenwurzel, Gichtrosenwurzel, Königsrosenwurzel, Päonienwurzel, Paeonienwurzel), die im Frühjahr gegrabenen und getrockneten knolligen Nebenwurzeln, die an der Basis des Wurzelstocks entspringen. Inh.: Paeoniflorin (1,5-3,5 %), reichlich Saccharose und geringe Mengen Gerbstoff. Anw.: lediglich volkstümlich u.a. bei Krämpfen unterschiedlicher Art und Genese, Rheuma, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie des Herzens, Neurasthenie und allergischen Erkrankungen. 3. Paeoniae semen (syn. Semen paeoniae); Pfingstrosensamen (syn. Bauernrosensamen, Gichtrosensamen, Hexenkörner, Korallensamen, Päoniensamen, Paeoniensamen, Zahnkörner, Zahnperlen), die getrockneten, reifen Samen, fast ausschließlich der gefüllten, kultivierten Gartenform. Inh.: Harzsäuren. Anw.: volkstümlich bei Epilepsie.
Hom.: Paeonia officinalis HAB 1; Pfingstrose, die frischen, im Frühjahr geernteten unterirdischen Pflanzenteile. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie des venösen Gefäßsystems, Hämorrhoiden und andere Erkrankungen des Afters.
Histor.: Die Pflanze wird seit der Antike medizinisch genutzt und spielt auch in der alten Sagenwelt eine Rolle. Der Heilgott Apollo besaß die Pflanze, in Hekates Zaubergarten wuchs sie und der Göttin Pallas Athene wurde sie oft geweiht. Der Gattungsname soll nach einer Sage nach Paeon, dem griechischen Gott der Heilkunst, benannt worden sein, da dieser mit der bei Theophrast paionia genannten Pflanze Pluto heilte. Sowohl bei Hippokrates als auch bei Hildegard von Bingen diente die Droge bei Verdauungsstörungen. Paracelsus bezeichnete sie als Spezifikum gegen Epilepsie. Ihr deutscher Name erinnert an die Blütezeit und die rosenförmige Blütenform. Viele Künstler der Gotik malten sie auf ihren Tafelbildern als "Rose ohne Dornen" und damit als Attribut der Gottesmutter.

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