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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Passiflora incarnata

Passiflora incarnata L.
(syn. Granadilla incarnata, Grenadilla incarnata, Passiflora kerii). Passionsblume (syn. Fleischfarbene Passionsblume), vgl. Abbildung.
Fam.: Passifloraceae.
Vork.: Mittel- und Südamerika, Anbau auch in Indien, in geringem Umfang in Italien und Spanien.
Droge: Passiflorae herba (syn. Herba Passiflorae); Passionsblumenkraut (syn. Passionskraut), das ganze oder geschnittene, getrocknete Kraut. Inh.: Flavonoide, bes. Apigenin- und Luteolinglucosyle, Cumarine und Maltol, ein γ-Pyron. Anw.: nervöse Unruhe, nervös bedingte Beschwerden im Magen- und Darmbereich. Bestandteil zahlreicher Arzneifertigpräparate und Teemischungen. Tagesdosis 4-8 g zerkleinerte Droge für Teeaufgüsse.
Hom.: Passiflora incarnata HAB 1; Passionsblume, die frischen, oberirdischen Pflanzenteile. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems, Schlafstörungen, Unruhezustände, Krampfleiden.
Histor.: In den Heimatgebieten dürfte die Passionsblume ausschließlich als Obstpflanze geschätzt worden sein. Der Gattungsname Passiflora wird vom lateinischen passio (Leiden) und flos (Blume) abgeleitet. Der symbolhafte Bau der Blüte, die auch in der Kunstgeschichte Aufmerksamkeit erlangte, führte schließlich zur heutigen Namensgebung durch europäische Missionare in Südamerika. Er wurde in Verbindung mit den Ähnlichkeiten der Blüte mit den Marterwerkzeugen an Christus geprägt. Danach stellen die drei Narben die Nägel dar, der Fadenkranz die Dornenkrone, der gestielte Fruchtknoten den Kelch, die fünf Staubblätter die Wundmale, die Laubblätter die Lanze, die Ranken die Geißeln und die weiße Farbe die Unschuld des Erlösers.



Passiflora incarnata, Passionsblume

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