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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Pastinaca sativa

Pastinaca sativa L.
(syn. Pastinacia opaca, P. pratensis, Peucedanum sativum, Selinum pastinacae); Gemeiner Pastinak (syn. Hammelmöhre, Hirschmöhre, Moorwurzel, Pastinak, Welscher Petersil).
Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).
Vork.: Europa, Kleinasien, in Nordamerika eingebürgert.
Drogen: 1. Pastinacae fructus (syn. Fructus Pastinacae, Semen Pastinacae); Pastinakfrüchte, die getrockneten Früchte. Inh.: äther. Öl mit wenig Myristicin sowie aliphatischen Estern, u.a. Butylbutyrat, Hexylbutyrat, Octylbutyrat (29-85 %) und Octenylbutyrat, ferner Cumarine und Furanocumarine, u.a. Imperatorin, Xanthotoxin (25-30 %) Isopimpinellin sowie Umbelliferon. Anw.: volkstümlich bei Magen- und Blasenleiden. Im Haushalt als Gewürz. 2. Pastinacae herba (syn. Herba Pastinacae); Pastinakkraut, das getrocknete Kraut. Inh.: äther. Öl mit cis-β-Ocimen, trans-β-Ocimen, trans-β-Farnesen, Terpinolen vgl. Formel und Palmitolacton als Hauptkomponenten. Anw.: volkstümlich bei Nierenleiden und Verdauungsbeschwerden. Im Haushalt als Gemüse. 3. Pastinacae radix (Radix Pastinacae); Pastinakwurzel, die getrocknete Wurzel. Inh.: äther. Öl mit Myristicin und Terpinolen (zusammen 80-88 %) als Hauptkomponenten, neben β-Pinen und cis-β-Ocimen sowie Furanocumarinen (0,085-0,087 %), u.a. Angelicin, Psoralen, Xanthotoxin und Bergapten. Anw.: volkstümlich bei Fieber, Lungen- und Magenleiden sowie Nierenerkrankungen. Im Haushalt als Gemüse.
Hom.: Pastinaca sativa HAB 34; die frischen, unterirdischen Teile zweijähriger Pflanzen. Anw.-Geb.: u.a. Delirium.
Histor.: Der Gattungsname wird vom lateinischen pastus (Nahrung) abgeleitet, wohl wegen des Anbaus als Wurzelgemüse. Der deutsche Name ist dem lateinischen entlehnt. Die Pflanze wird sowohl im Capitulare de villis Karls des Großen (795) als auch im Entwurf des Klostergartens von St. Gallen (820) und den mittelalterlichen Kräuterbüchern geführt. Erst im 18. Jh. wurde sie als Nahrungspflanze durch Möhre und Kartoffel verdrängt.



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