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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Petroselinum crispum

Petroselinum crispum (Mill.) Nym. ex A. W. Hill
(syn. Apium hortense, A. laetum, A. petroselinum, A. romanum, A. vulgare, Carum petroselinum, C. vulgare, Helosciadium oppositofolium, Ligusticum levisticum, Petersilling, Petroselinum hortense, P. macedonicum, P. petroselinum, P. romanum, P. sativum, P. vulgare, Selinum petroselinum, Sium oppositifolium, Wydleria portoricensis); Petersilie (syn. Bittersilche, Gartenpetersilie, Peterchen, Peterling, Petersilling), vgl. Abbildung.
Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).
Vork.: ursprünglich vermutlich Mitteleuropa, heute weltweit.
Drogen: 1. Petroselini aetheroleum e fructibus (syn. Oleum Petroselini); Petersilienfruchtöl (syn. Petersilienöl), das äther. Öl aus den Früchten. Inh.: Phenylpropane, besonders Apiol vgl. Formel (58-80 %, je nach chemischer Rasse), Myristicin und geringe Mengen Elemicin sowie Terpene, u.a. α- und β-Pinen, β-Phellandren, Terpinolen, Myrcen und Limonen. Anw.: volkstümlich früher zur Entwässerung bei Ödemen und mißbräuchlich als Abortivum. 2. Petroselini fructus (syn. Fructus Petroselini, Semen Petroselini); Petersilienfrüchte (syn. Peterleinsamen, Petersiliensamen, Petroselinum-crispum-Früchte), die meist in ihre Teilfrüchte zerfallenen, trockenen, reifen Spaltfrüchte. Inh.: äther. Öl (2-6 %), s. Petersilienfruchtöl, ferner Furanocumarine, u.a. Bergapten, Isopimpinellin und Psoralen sowie fettes Öl (ca. 20 %) mit Petroselinsäure (60-80 %) als dominierender Fettsäurekomponente. Anw.: volkstümlich bei Verdauungs- und Nierenbeschwerden Geg.: Allergie gegen Petersilie oder Apiol sowie bei bestehenden Nierenentzündungen. 3. Petroselini herba (syn. Folia Petroselini, Herba Petroselini); Petersilienkraut, die frischen oder getrockneten oberirdischen Teile. Inh.: äther. Öl (0,016-0,3 %, Frischdroge), s. Petersilienfruchtöl, ferner Furanocumarine, Vitamine, z.B. Vitamin C (165 mg/100 g Frischdroge) sowie Carotinoide und reichlich Chlorophyll (ca. 1 %, getrocknete Droge). Anw.: in der Volksheilkunde bei Verdauungsbeschwerden, als harntreibendes Mittel bei Wassersucht sowie bei Blasen und Nierenleiden. 4. Petroselini radix (syn. Radix Petroselini); Petersilienwurzel (syn. Wurzelpetersilie), die getrockneten unterirdischen Teile, vgl. Abbildung. Inh.: äther. Öl (0,05-0,12 %), v.a. mit Apiol, Myristicin und Terpineolen; Phthalide, Flavonoide, Cumarine, Polyine, v.a. Falcarinol, Falcarinon und Falcarinolon. Anw.: s. Petroselini herba. In der Volksheilkunde wird die Droge bei Wassersucht, Nieren- und Blasenleiden zur Diurese, aber auch bei Blähungen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Im Haushalt dient sie als Suppengewürz und Trockengemüse. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 1 Teelöffel (= 2 g) feingeschnittene Petersilienwurzel. Als Tagesdosis werden ca. 6 g Droge empfohlen.
Hom.: Petroselinum crispum HAB 1; Petersilie, die frische, zu Beginn der Blüte gesammelte, ganze Pflanze. Anw.-Geb.: Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege, Harnwegsentzündungen, Reizblase.
Histor.: Der Gattungsname Petroselinum leitet sich vom griechischen petros (Fels, Stein) und sélinon (Silge) ab, Bezug nehmend auf den ursprünglichen Standort. Der deutsche Name ist vom griechisch-lateinischen abgeleitet. Die Petersilie war bereits im Altertum als Heilpflanze hochgeschätzt und wurde von den Ärzten der Antike vor allem als Diuretikum, menstruationsförderndes und steintreibendes Mittel empfohlen.



Petroselinum crispum, Petersilie





Petroselinum crispum, Petroselini radix, Petersilienwurzel

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