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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Phoenix dactylifera

Phoenix dactylifera L.
Dattelpalme.
Fam.: Palmae.
Vork.: Oasen der Sahara, Nordafrika, Südwestasien, kultiviert in Kalifornien, Mexiko, Brasilien, Argentinien, Australien. Man kennt etwa 80 verschiedene Kulturformen.
Droge: 1. Fructus Dactyli (syn. Dactyli); Datteln, die Früchte. Inh.: Kohlenhydrate (60-80 %), v.a. Zucker, u.a. Invertzucker; Proteine (ca. 2 %), Cumarin. Anw.: mildes Abführmittel. Die Frucht ist ein beliebtes tropisches Obst, das als Nahrungsmittel (Dattelmus, Dattelhonig) und zur Weinbereitung genutzt wird. 2. Oleum Dactyli; Dattelkernöl, das fette Öl (ca. 10 %) der Kerne. Inh.: Triglyceride komplexer Zusammensetzung mit angenehmem Geschmack. Anw.: als Speiseöl und Diätetikum.
Histor.: Auf den Reliefbildern aus Babylonien und dem alten Ägypten ist keine Pflanze so häufig abgebildet worden wie die Dattelpalme; ein Ausdruck der hohen Wertschätzung. Beweise für ihren Anbau liegen seit 6000 v.Chr. vor, die Nutzung der Pflanze läßt sich aus Samenfunden in Ägypten auf mehr als 14 000 Jahre datieren. Angebaut wurden und werden vorwiegend weibliche Pflanzen, für 100 Dattelpalmen reicht eine männliche Pflanze zur Bestäubung aus. Die alten Ägypter nutzten die Dattelpalme auch zur Weinbereitung, indem sie vom Stamm älterer Bäume einen Saft abzapften, der sofort in Gärung übergeht. Dieser Palmwein (Vino Palmeo) wurde besonders wegen seiner aphrodisierenden Wirkung geschätzt und diente auch als ritueller Zaubertrank, wobei seine Wirkung durch Zusatz von Hyoscyamus niger, Mandragora officinarum oder Cannabis sativa verstärkt wurde.

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