Direkt zum Inhalt

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Pilocarpus-Arten

Pilocarpus-Arten

Fam.: Rutaceae.

Pilocarpus jaborandi Holmes (syn. Pilocarpus cearensis, P. officinalis).
Vork.: Brasilien.
Droge: Jaborandi folium (syn. Folia Jaborandi, Folia Pilocarpini, Folium Iaborandi, Pilocarpi foliola); Pilocarpus-jaborandi-Blätter (syn. Jabarandiblätter, Jaborandiblätter, Jaguarandiblätter, Yaborandiblätter), die getrockneten Fiederblätter. Inh.: Imidazolalkaloide (0,6-1 %), u.a. Pilocarpin vgl. Formel, Pilocarpidin, Isopilocarpin, Pilosin und Epiisopilosin, ferner äther. Öl (0,5 %) mit Limonen (47 %) und Undecanon (23 %). Anw.: In der Medizin der brasilianischen Indianer, u.a. bei Epilepsie, Krämpfen, Katarrhen, Harnverhaltung und Wassersucht. In Europa früher als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten. In der Kosmetik werden Extrakte der Droge in Kombinationspräparaten, z.B. mit Panthothensäure und Capsicumextrakt, zur Förderung des Haarwuchses genutzt. Die Droge dient schließlich industriell zur Isolierung von Pilocarpin, das ein direktes Parasympathomimetikum darstellt. Es führt zu vermehrter Speichel-, Bronchial- und vor allem Schweißsekretion. Der therapeutische Einsatz beschränkt sich heute auf die Ophthalmologie zur Glaukombehandlung. Für diese Indikation ist es Bestandteil zahlreicher Arzneifertigpräparate.
Hom.: Pilocarpus HAB 1, die getrockneten Fiederblätter. Anw.-Geb.: Augenbeschwerden, vermehrte Schweißbildung.



Pilocarpus microphyllus Stapf ex Wardleworth.
Vork.: Nordostbrasilien.
Droge: Jaborandi folium; Pilocarpus-microphyllus-Blätter, die getrockneten Fiederblätter. Inh.: Imidazolalkaloide mit Pilocarpin (1 %) als Hauptalkaloid, ferner äther. Öl (0,25-0,3 %) mit Caryophyllen (20 %) und 2-Tridecanon (22 %) als dominierenden Komponenten. Anw.: s. Jaborandi folium.

Pilocarpus pennatifolius Lem. (syn. Pilocarpus pinnatifolius, P. pinnatus, P. selloanus, P. simplex, P. trijugatus).
Vork.: Brasilien, Nordargentinien.
Droge: Jaborandi folium (syn. Paraguay jaborandi); Pilocarpus-pennatifolius-Blätter, die getrockneten Fiederblätter. Inh.: Imidazolalkaloide (0,2-0,4 % Pilocarpin und Isopilocarpin). Anw.: s. Jaborandi folium.
Hom.: Pilocarpus jaborandi HAB 1; Jaborandistrauch, die getrockneten Fiederblättchen. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems, Augenbeschwerden, vermehrte Schweißbildung.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Partnerinhalte