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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Piper nigrum

Piper nigrum L.
(syn. Muldera multinervis, M. wightiana, Piper aromaticum, P. trioicum); Pfeffer.
Fam.: Piperaceae.
Vork.: tropisches Asien, angebaut auch in Südamerika, Afrika, den Antillen und Madagaskar.
Drogen: 1. Piperis albi fructus (syn. Fructus Piperis albi, Piper album); Weißer Pfeffer (syn. Leucopiper, Leukopiper), die von der äußeren Fruchtschicht befreiten, getrockneten Früchte. Inh.: wie Piperis nigri fructus, allerdings mit einem etwas geringeren Piperingehalt. Anw.: in ähnlicher Weise wie Piperis nigri fructus, in der Volksheilkunde bei Hämorrhoiden und als Gewürz. 2. Piperis nigri fructus (syn. Fructus Piperis nigri, Piper nigrum); Schwarzer Pfeffer, die vor der Reife gesammelten und getrockneten, beerenartigen Früchte. Inh.: äther. Öl (1,2-2,6 %) mit Terpenkohlenwasserstoffen (90 %) und sauerstoffhaltigen Terpenen (ca. 10 %). Hauptkomponenten sind Sabinen, Limonen, Caryophyllen, β- und α-Pinen, Caren und Bisabolen. Piperalkaloide, wie das scharf schmeckende Piperin (5-10 %), Piperylin und Piperoleine A bis C. Daneben kommen Phenole und Phenolcarbonsäuren vor, die für die schwarze Farbe der Droge verantwortlich sind. Anw.: innerlich zur Verdauungsförderung bei Magenbeschwerden und als eines der am häufigsten verwendeten Gewürze. In der Volksheilkunde wird die Droge auch bei Bronchitis eingesetzt. In Form von Salben dient sie als Hautreizmittel bei Neuralgien sowie bei Befall mit Krätze.
Hom.: Piper nigrum HAB 34; die unreifen, getrockneten Früchte. Anw.-Geb.: Schleimhautreizung, Milchfluß.
Histor.: Pfeffer war schon seit dem Altertum in Europa bekannt und findet sich unter den Arzneimitteln des Hippokrates. Die im Altertum aus Indien eingeführten Mengen waren sehr beträchtlich. So gehörten z.B. 3000 Pfund Pfeffer zum Lösegeld, das Alarich, König der Ostgoten, bei der Belagerung Roms 408 n.Chr. erhielt. Im Mittelalter wurde Pfeffer sehr hoch geschätzt, und der Handel ging fast ausschließlich vom Orient über Venedig ins übrige Europa. Das änderte sich erst, als der Seeweg nach Indien entdeckt wurde und die Portugiesen 1503 die erste Gewürzsendung nach Lissabon brachten.

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