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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Podophyllum-Arten

Podophyllum-Arten

Fam.: Berberidaceae.

Podophyllum hexandrum Royle (syn. Podophyllum emodi).
Vork.: Pakistan, Himalajagebiete, China.
Droge: Radix Podophylli emodi (syn. Rhizoma Podophylli emodi); Indische Podophyllwurzel, die Wurzeln. Inh.: Harz (6-20 %) mit 49-67 % Podophyllotoxin neben Berberin und Glykosiden. Anw.: in der asiatischen Volksheilkunde als drastisches Laxans sowie zur Gewinnung von Podophyllin (s. Podophyllinum).

Podophyllum peltatum L.; Fußblatt (syn. Maiapfel).
Vork.: östliches Nordamerika, Texas, Florida, sowohl wildwachsend als auch kultiviert.
Drogen: 1. Radix Podophylli peltati (syn. Rhizoma Podophylli, Rhizoma Podophylli peltati); Podophyllwurzel (syn. Amerikanische Podophyllwurzel, Fußblattwurzel, Maiapfelwurzel, Podophyllwurzelstock), der Wurzelstock; vgl. Abbildung. Inh.: Harz (2-8 %). Anw.: als drastisches Laxans und zur Gewinnung von Podophyllinum. 2. Podophyllinum (syn. Resina Podophylli); Podophyllin (syn. Podophyllumharz), das Harz der Wurzeln und des Wurzelstockes. Inh.: Lignane (20 %), wie Podophyllotoxin, Peltatine, u.a. α- und β-Peltatin vgl. Formel, 4'-Desmethylpodophyllotoxin, Desoxypodophyllotoxin. Wirk.: Die Podophyllotoxine hemmen die Mitose durch eine Tubulinbindung und stoppen damit die Zellteilung. Diese Eigenschaft macht sie zur Therapie von Tumoren geeignet. Anw.: früher als drastisches Abführmittel eingesetzt. Heute verwendet man eine 5-25%ige ethanolische Lösung zur Behandlung von spitzen Kondylomen (Feigwarzen). Halbsynthetische Derivate dienen inzwischen als Zytostatika (z.B. Etoposid).
Hom.: Podophyllum peltatum HAB 1; Maiapfel, die frischen, nach völliger Reife der Früchte geernteten, unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse sowie der weiblichen Geschlechtsorgane.



Podophyllum peltatum, Radix Podophylli peltati, Podophyllwurzel



Histor.: Die englischen Siedler in Nordamerika bezeichneten Podophyllum peltatum ursprünglich als Mandrake, dem englischen Namen für Alraune (Mandragora officinarum), weil deren Wurzel von den Indianern als Amulett und Medizin verwendet wurde, obwohl keine psychoaktiven Inhaltsstoffe nachgewiesen wurden. Der Gattungsname Podophyllum wird vom griechischen pous, podos (Fuß) und phyllon (Blatt) abgeleitet. Der Artname peltatum wird von pelta (kleiner, leichter Schild) gebildet, Bezug nehmend auf die schildförmigen Blätter. Die Indianer Nordamerikas nutzten die Wurzel von P. peltatum seit alters her als Anthelmintikum und Emetikum. Im Jahre 1820 wurde die Droge in die amerikanische und 1864 in die britische Pharmakopöe übernommen und als Leber- und Gallemittel sowie als drastisch wirkendes Abführmittel eingesetzt.

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