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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Polygala-Arten

Polygala-Arten

Fam.: Polygalaceae.

Polygala amara L.; Kreuzblume.
Vork.: Mittel- und Südeuropa.
Drogen: 1. Herba Polygalae amarae (syn. Herba Polygalae cum floribus et radicibus, Herba Polygalae amarae cum radicibus); Bitteres Kreuzblumenkraut (syn. Kreuzblumenkraut, Kreuzkraut); das blühende Kraut mit Wurzeln. Inh.: Saponine (ca. 1 %), u.a. Senegin, Presenegin und Bitterstoff (Polygalin = Polygamarin); Gaultherin und Methylsalicylsäureester, Gerbstoffe, etwas äther. Öl. Anw.: in der Volksheilkunde als Expektorans, Stomachikum (Amarum) und Lactagogum. 2. Radix Polygalae amarae; Bittere Kreuzkrautwurzel, die getrockneten Wurzeln. Inh.: Saponine, Salicylsäuremethylester, Bitterstoffe, Harz. Anw.: in der Volksheilkunde als Amarum und Expektorans.
Hom.: Polygala amara HAB; die frischen, zur Blütezeit geernteten, oberirdischen Pflanzenteile. Anw.-Geb.: Lungenkrankheiten.
Histor.: Die bittere Kreuzblume ist in den mittelalterlichen Kräuterbüchern bei Lonicerus erwähnt und wurde wegen ihrer die Milchsekretion fördernden Wirkung eingesetzt. Bis in die Neuzeit hinein wurde die Ansicht vertreten, daß die Droge als Ersatz für Polygala senega verwendet werden kann. Der Gattungsname Polygala wird nach Plinius vom griechischen polýs (viel) und gála (Milch) abgeleitet, da die Pflanze als Futtermittel bei Kühen die Milchleistung steigern soll. Der Artname amara bezieht sich auf den bitteren Geschmack der Pflanze. Die Bezeichnung Kreuzblume wird in Beziehung zur Kreuzwoche, der 2. Woche vor Pfingsten, gebracht, da die Pflanze zu dieser Zeit zu blühen beginnt.

Polygala chamaebuxus L. (syn. Hamaebuxus alpestris, Polygaloides chamaebuxus); Buxblättrige Kreuzblume.
Vork.: Europa.
Droge: Herba Chamaebuxi; das Kraut. Inh.: unter anderem Saponine. Anw.: früher als Expektorans. In der Volksheilkunde zur Förderung der Milchsekretion bei Stillenden eingesetzt.

Polygala senega L.
Vork.: Nordamerika, Kanada, in Indien und Rußland auch kultiviert.
Droge: Polygalae radix (syn. Radix Senegae, Radix Polygala senegae); Senegawurzel (syn. Polygalawurzel, Klapperschlangenwurzel), die getrockneten Wurzeln; vgl. Abbildung. Inh.: Saponine (5-12 %), die Senegasaponine A – D mit dem gemeinsamen Aglykon Presenegin vgl. Formel; Polygalitol (ca. 5 %), Cumarsäure, Sinapinsäure, Salicylsäuremethylester (0,1-0,2 %), fettes Öl, Zucker, Harz, Schleimstoffe. Anw.: als Expektorans.
Hom.: Polygala senega HAB 1; Schlangenwurzel, die getrockneten Wurzeln mit Wurzelkopf. Anw.-Geb.: entzündliche Prozesse der Augen, Atemwege, Nieren und ableitenden Harnwege.
Histor.: Die Pflanze wurde von den Seneca-Indianern als Mittel gegen Schlangenbisse gebraucht ("Klapperschlangenwurzel") und 1735 bereits als Mittel gegen Brustkrankheiten in die Medizin eingeführt. Die Droge fand zunächst nur langsam Verbreitung, war dann aber bis zum ersten Weltkrieg eines der wichtigsten Expektorantien.



Polygala senega, Polygalae radix, Senegawurzel



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