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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Psilocybe-Arten

Psilocybe-Arten

Fam.: Strophariaceae.

Psilocybe cubensis (Earle) Singer (syn. Hypholoma caerulescens, Naematoloma caerulescens, Stropharia cubensis, S. cyanescens, S. subcyanescens); Göttlicher Düngerpilz.
Vork.: Kuba, Mittelamerika, Südamerika, Südstaaten der USA, Südostasien, Australien.
Droge: Psilocybe-cubensis-Fruchtkörper; die abgeschnittenen, oberirdischen Teile (Fruchtkörper). Inh.: Indolalkaloide, wie die Tryptaminderivate Psilocybin (max. 1 %), Baeocystin (0,02 %), wenig Psilocin vgl. Formel. Anw.: als halluzinogene Droge, ursprünglich für rituelle Zeremonien. Heute wird die Droge auch als illegales Rauschmittel genutzt.
Histor.: Dieser Pilz wurde zuerst in Kuba gefunden (cubensis kubanisch), dann aber auch in Sri Lanka, Mexiko und Thailand nachgewiesen. Er stellt ein seit altersher gebrauchtes Halluzinogen dar, das in allen alten Religionen für kultische Handlungen eingesetzt wurde. Man vermutet heute, daß dieser Pilz das ursprüngliche Soma war.



Psilocybe mexicana Heim.; Amokia, Teonanacatl.
Vork.: Südmexiko bis Guatemala, vorwiegend im Gebirge in Höhen von 1300 bis 1700 m.
Droge: Psilocybe-mexicana-Fruchtkörper; die abgeschnittenen, oberirdischen Teile (Fruchtkörper). Inh.: u.a. Psilocybin (ca. 0,25 %), Psilocin (0,15 %). Anw.: in der aztekischen Volksheilkunde bei Fieber und Gicht, Nervenleiden, Durchfällen und verschiedenen chronischen Leiden. Hauptsächlich diente die Droge aber als Halluzinogen für kultische Zwecke.
Histor.: Die auch als "Fleisch der Götter" bezeichnete Droge wurde bereits im vorspanischen Mexiko rituell verspeist und bei religiösen Zeremonien benutzt. Während der spanischen Kolonialzeit war der Pilzgenuß verboten und wurde von der Inquisition grausam verfolgt. Trotzdem hat sich der Pilzkult bis heute erhalten und wird im indianischen Schamanismus weiter gepflegt. Aus dieser Droge hat Albert Hofmann 1958 zuerst den LSD-ähnlichen Wirkstoff Psilocybin isoliert.

Psilocybe semilanceata (Fr.) Quel. (syn. Agaricus semilanceolatus, Geophila semilanceata, Panaeolus semilanceatus); Spitzkegeliger Kahlkopf.
Vork.: Europa, Kanada, USA, Chile, Australien, Rußland. Die Art wächst besonders gut auf stark gedüngten Rasen und Weiden.
Droge: Psilocybe-semilanceata-Fruchtkörper; die abgeschnittenen, oberirdischen Teile (Fruchtkörper). Inh.: Psilocybin (max. 2,4 %), Baeocystin (bis 0,7 %), Spuren von Psilocin. Anw.: ausschließlich als Halluzinogen für rituelle Zeremonien.
Histor.: Die Droge ist der wichtigste psychotrope Pilz Europas, der bereits in prähistorischen Zeiten von den Alpennomaden als "Traumpilz" verwendet wurde und heute zu schamanistischen Sitzungen in ganz Westeuropa verwendet wird. Dabei ist die Sammlung der Droge und ihr Gebrauch rituell verbrämt und wird häufig von zweifelhaften Sektenführern für kriminelle Zwecke ausgenutzt.

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