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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Quillaia saponaria

Quillaia saponaria Molina
(syn. Quillaja molinae), Seifenrindenbaum.
Fam.: Rosaceae.
Vork.: Chile, Peru, Bolivien.
Droge: Quillaiae cortex (syn. Cortex Quillajae, Cortex Quillaiae Panama, Quillaia, Quillajae cortex); Seifenrinde (syn. Panamaholz, Panamarinde, Panamaspäne, Quillajarinde, Quillaiarinde, Waschrinde, Waschholz), die getrocknete, von Kork und äußeren Schichten befreite Rinde des Stammes und der Äste. Inh.: bisdesmosidische Triterpensaponine (8-10 %, u.a. QS-17, QS-18 und QS-21) mit Gypsogensäure und Quillajasäure vgl. Formel als Genine und D-Apiose, Arabinose, Fucose, Galactose, Rhamnose, Xylose und Glucuronsäure als Kohlenhydratbausteinen. Außerdem Gerbstoffe und größere Mengen Calciumoxalat (ca. 10 %). Anw.: früher als Expektorans, zur Herstellung von Kopfwässern, als Schaummittel für kosmetische Präparate und Getränke sowie als Waschmittel. Neuerdings die Einzelsaponine, u.a. QS-21, als Adjuvantien für Vakzine sowie zur Herstellung sog. immunstimulierender Komplexe (ISCOMs).
Hom.: Quillaya HAB 34, die getrocknete Rinde.
Histor.: Die Rinde wird in Südamerika seit langer Zeit volksheilkundlich genutzt, ihre arzneiliche Verwendung wurde 1850 durch le Boeuf zur Herstellung von Emulsionen empfohlen. Seit dieser Zeit kam sie über Panama nach Europa, wo die Droge unter der Bezeichnung "Panamarinde" bekannt wurde. Der Gattungsname Quillaia ist chilenischer Herkunft. Der Baum wird dort als Quillai bezeichnet, abgeleitet von quillean, das in der Sprache der Eingeborenen die Bedeutung von waschen hat. Der Artname saponaria, abgeleitet vom lateinischen sapo, saponis (Seife) weist ebenfalls auf die Verwendung als Waschmittel hin. Die Bedeutung der Droge war einst auch in Europa beachtlich. So führte allein Deutschland vor etwa 100 Jahren jährlich rund 16 000 Ballen Seifenrinde aus Chile und Peru nach Europa ein.



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