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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Rauvolfia serpentina

Rauvolfia serpentina (L.) Benth. ex Kurz
(syn. Ophioxylon obversum, O. salutiferum, O. serpentinum, Rauvolfia obversa, R. trifoliata); Schlangenholz.
Fam.: Apocynaceae.
Vork.: Südostasien, Kulturen vor allem in Indien und Malaysia.
Droge: Rauwolfiae radix (Radix Rauwolfiae); Indische Schlangenwurzel (syn. Rauwolfiawurzel), die getrockneten Wurzeln; vgl. Abbildung. Inh.: Komplex von monoterpenoiden Indolalkaloiden (1-2 %), u.a. Reserpin (0,15 %), Rescinnamin und Deserpidin vgl. Formel sowie Ajmalin, Raubasin (syn. Ajmalicin) vgl. Formel, Yohimbin und Serpentin. Wirk.: Die Droge stellt ein starkes Sympathikolytikum dar und wirkt blutdrucksenkend und sedierend. Reserpin gilt als einer der dafür wesentlichen Wirkstoffe. Dagegen besitzt Ajmalin antiarrhythmische Eigenschaften. Anw.: bei leichter essentieller Hypertonie, vor allem bei erhöhtem Sympathikotonus, verbunden mit psychomotorischer Unruhe sowie Angst- und Spannungszuständen. TD: 0,6 g Droge, entsprechend 6 mg Gesamtalkaloiden. Es werden fast ausschließlich die Reinalkaloide in Form von Arzneifertigpräparaten verwendet. Zur Gewinnung der Alkaloide werden mitunter auch die Wurzeln von Rauvolfia vomitoria Afzel genutzt.
Hom.: Rauwolfia serpentina HAB 1; Indische Schlangenwurzel, die getrockneten Wurzeln. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems (Verstimmungszustände), des Herzens und des arteriellen Gefäßsystems (Bluthochdruck).
Histor.: In der indischen Volksheilkunde diente die Droge seit Jahrhunderten als Mittel gegen Schlangenbisse, Insektenstiche, Fieber, Durchfall und später auch gegen Epilepsie und Bluthochdruck. Den Gattungsnamen Rauvolfia gab der französische Botaniker Plumier im Jahre 1703 anläßlich einer neu entdeckten Apocynaceengattung zu Ehren des Augsburger Arztes und Botanikers Leonhard Rauwolf. Die heutige Schreibweise Rauvolfia entspricht der Erstveröffentlichung.



Rauvolfia serpentina, Rauwolfiae radix, Indische Schlangenwurzel





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