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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Rosa canina

Rosa canina L.
(syn. Rosa armata, R. caucasica, R. frondosa, R. glauca, R. lutetiana, R. taurica); Gemeine Heckenrose (syn. Hagdorn, Hagrose, Hundsrose, Wildrose, Zaunrose), vgl. Abbildung.
Fam.: Rosaceae.
Vork.: 1-5 m hoher Strauch mit bogig überhängenden Zweigen, der an Walrändern, Hecken und Steinhaufen in Europa, Nordafrika, Klein-, West- und Nordasien sowie in Nordamerika verwildert vorkommt.
Drogen: 1. Rosae fructus (syn. Cynosbati semen, Semen Cynorrhodi, Semen Cynosbati); Hagebuttensamen (syn. Hagebuttenkerne, Hagebuttennüßchen, Kernlestee). Inh.: bis zu 10 % fettes Öl sowie Spuren von äther. Öl, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Proteine und Phospholipide. Anw.: Das Samenöl wird zur Behandlung atrophischer Haut, zur Narbenbehandlung sowie zur Reduktion von Faltenbildung der Haut eingesetzt. In der Volksheilkunde dient ein Tee aus Hagenbuttenkernen zur Behandlung von Steinleiden, Harnwegserkrankungen sowie rheumatischen Beschwerden. 2. Rosae pseudofructus (syn. Cynosbati fructus sine semine, Pseudofructus rosae sine seminibus); Hagebuttenschalen (syn. Dornapfelschalen, Hainbuttenschalen). Inh.: bis 2,4 % Ascorbinsäure (Vitamin C) und Dehydroascorbinsäure, Äpfel-, Citronensäure sowie bis zu 11 % Pektinsäure. Anw.: Die Droge wird hauptsächlich in der Volksheilkunde als Tee zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten eingesetzt, dabei ist der Vitamin-C-Gehalt entscheidend. Hagebuttenschalen werden auch zur Herstellung von Marmeladen, Säften und Kompotten verwendet. 3. Rosae pseudofructus cum fructibus (syn. Cynosbati fructus, Cynosbati fructus cum semine, Fructus Cynosbati, Fructus Cynorrhodi, Fructus Rosae, Hypanthium Rosae, Pseudofructus Rosae); Hagebutten (syn. Arschkratzerl, Dornapfel, Hainbutten, Hetscherl, Hiefen, Hiffen, Rosenbeere). Inh.: bis 1,85 % Ascorbinsäure, Äpfel-, Zitronen- und Pektinsäure, Polyphenole (Anthocyane, Proanthocyanine), Flavonoide, Zucker, fettes Öl und Carotinoide. Anw.: siehe Rosae pseudofructus. Hagebutten sind als natürlicher Vitamin-C-Träger oft Bestandteil von Kräuterteemischungen, die als Frühstücks- oder Abendbrottees vielfach genutzt werden. Zur Teezubereitung verwendet man etwa 2-2,5 g (1 Teelöffel = 3,5 g) zerkleinerte Hagebutten. 4. Fungus Cynosbati; Schlafapfel (syn. Schlafkunze, Rosenschwamm), die durch den Stich und die Eiablage der Rosen-Gallwespe Cynips Rosae (syn. Rhodites Rosae) an den jungen Trieben von R. canina erzeugten Wucherungen. Inh.: Tannin-Gerbstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde als Adstringens.
Hom.: Rosa canina HAB 34, die frischen Blumenblätter.
Histor.: Die lateinische Bezeichnung für Rosa canina ist eine Übersetzung des griechischen kynósbatos, das vom griechischen kyon, kynos (Hund) und bátos (Dornstrauch) abgeleitet ist und bei Plinius einen Sammelbegriff für verschiedene Wildrosen darstellte. Die verschiedenen Formen des Wortes Rose, nämlich rosa (lat.), rhodon (griech.), roschaill (keltisch) oder roza (slavisch) stammen offensichtlich alle vom indogermanischen vrod oder vard, das im Sanskrit als zart, biegsam erhalten ist, ab. Bereits die Ärzte des klassischen Altertums hatten die Hagebutten in ihren Arzneischatz aufgenommen, ebenso die mittelalterlichen Kräuterbücher.



Rosa canina, Heckenrose

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