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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Sinapis alba

Sinapis alba L.
(syn. Bonnania officinalis, Brassica alba, B. hirta, Crucifera lampsana, Eruca alba, Leucosinapis alba, Napus leucosinapis, Raphanus albus, Rhamphospermum album, Sinapis hispida, Sinapistrum album); Echter Senf (syn. Englischer Senf, Gelbsenf, Speisesenf, Tafelsenf, Weißer Senf).
Fam.: Brassicaceae (Cruciferae).
Vork.: heimisch in Südeuropa und südwestlichem Asien, Kulturen in Mitteleuropa.
Droge: Sinapis albae semen (syn. Erucae semen, Semen Erucae, Semen Sinapis albae); Weiße Senfsamen (syn. Englischer Senfsamen, Gelber Senfsamen), die reifen, getrockneten Samen. Inh.: Glucosinolate mit Sinalbin als Hauptkomponente; Phenylpropanderivate, u.a. Sinapin, ein Sinapinsäurecholinester; fettes Öl mit hohem Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, ferner Sterole und Schleimstoffe. Anw.: Katarrhe der Atemwege sowie in Form von Breiumschlägen bei rheumatischen Beschwerden. Volkstümlich als verdauungsförderndes Mittel.
Hom.: Sinapis alba HAB 34, die reifen, getrockneten Samen. Anw.-Geb.: Entzündungen der Atemwege und des Magen-Darm-Kanals.
Histor.: Der Gattungsname Sinapis setzt sich aus den griechischen Bezeichnungen napy (Senf) und si (Augment) zusammen. Die deutsche Bezeichnung Senf ist aus dem lateinischen sinapis entlehnt. Die weit verbreitete Bezeichnung Mostrich stammt vom spätlateinischen mustardum (scharfer Most) ab, da dieser einst aus Senf und Most bereitet wurde. Als Heilpflanze war Sinapis alba bereits den alten Griechen und Römern bekannt. Dioskurides empfahl die Droge gegen Epilepsie, Milz- und Leberleiden. Auch als Gewürz und Genußmittel war der Senf bekannt. Senfkulturen nördlich der Alpen sind seit dem 9. Jh. bekannt.

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