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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Symphytum officinale

Symphytum officinale L.
Beinwell (syn. Schwarzwurz, Wallwurz, Beinheil, Comfrey), vgl. Abbildung.
Fam.: Boraginaceae.
Vork.: Europa, Sibirien.
Drogen: 1. Symphyti herba (syn. Herba Symphyti, Herba Consolidae); Beinwellkraut, das getrocknete Kraut. Inh.: Pyrrolizidinalkaloide (bis 0,2 %), u.a. Echimidin, ferner Symphyto-Cynoglossin, Symphytin, das Glykoalkaloid Consolidin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Cholin und Spuren von äther. Öl. Anw.: früher volkstümlich bei Lungenleiden. 2. Symphyti radix (syn. Consolidae radix, Radix Consolidae, Radix Symphyti); Beinwellwurzel (syn. Schwarzwurzel), die frische oder getrocknete Wurzel. Inh.: Allantoin (0,6-0,8 %) vgl. Formel, Pyrrolizidinalkaloide (0,3-0,4 %), Gerbstoffe, Schleimstoffe, Asparagin. Anw.: als Wundheilmittel bes. bei schlecht heilenden Wunden und Knochenverletzungen, meist äußerlich in Form von Umschlägen bzw. Breipackungen. Früher wurde die Droge bei Gastritis und bei Magen-Darm-Geschwüren auch innerlich angewendet. Auf Grund der erkannten mutagenen und cancerogenen Effekte der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte die innerliche Anwendung jedoch nicht mehr erfolgen. Auch bei der äußerlichen Anwendung von Drogenextrakten, z.B. in Salbenform, soll die applizierte TD nicht mehr als 100 μg Pyrrolizidinalkaloide mit 1,2-ungesättigtem Necinring sowie deren Oxiden enthalten. Auch soll eine entsprechende Behandlung nicht länger als 4-6 Wochen im Jahr betragen.
Hom.: 1. Symphytum HAB 34, die frische, vor Beginn der Blüte gesammelte Wurzel. Anw.-Geb.: stumpfe Verletzungen, Venenentzündung, Knochenbrüche. 2. Symphytum ad usum externum HAB 34, die frische, blühende Pflanze. Anw.-Geb.: als Essenz zum äußerlichen Gebrauch.
Histor.: Der Gattungsname Symphytum geht auf das griechische symphyein (zusammenwachsen) zurück und weist damit auf die hohe Wertschätzung der Droge vor allem bei Knochenbrüchen hin. Auch die deutschen Bezeichnungen Beinwell oder Wallwurz ("Wallen" = zusammenheilen von Knochen) wurde aus diesem Grunde geprägt. Bereits bei Dioskurides wird das "Symphytum" als Mittel bei inneren Abszessen, äußerlich als Umschlag bei frischen Wunden sowie Knochenbrüchen beschrieben.



Symphytum officinale, Beinwell



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