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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Thuja occidentalis

Thuja occidentalis L.
(syn. Thuya occidentalis); Abendländischer Lebensbaum (syn. Amerikanischer Lebensbaum, Lebensbaum), vgl. Abbildung.
Fam.: Cupressaceae.
Vork.: heimisch östliches Nordamerika, im 16. Jh. in Europa eingeführt, angepflanzt und verwildert.
Drogen: 1. Thujae aetheroleum (syn. Oleum Thujae); Thujaöl, das durch Wasserdampfdestillation der Blätter und Zweigenden gewonnene äther. Öl. Inh.: Monoterpene, u.a. verschiedene Isomere des Thujons (50-60 %) vgl. Formel, α-Pinen, Sabinen, Myrcen, α-Terpinen, Limonen, γ-Terpinen, Terpinolen und Fenchon. Anw.: früher bei Rheuma, Gicht, Neuralgien, Pruritus und als Vermifugum. Infolge eines hohen Sensibilisierungspotentials, das mit Ekzemen und Urticaria verbunden sein kann, sind der Anwendung der Droge enge Grenzen gesetzt. 2. Thujae summitates (syn. Frondes Thujae, Herba arbores vitae, Herba Thujae occidentalis, Ramuli arboris vitae, Summitates Thujae); Lebensbaumblätter (syn. Lebensbaumspitzen, Weihrauchblätter), die getrockneten jüngeren Zweige. Inh.: äther. Öl (1,4-4 %) mit isomeren Thujonen als Hauptkomponenten, davon α-Thujon (85 %) und β-Thujon (ca. 15 %) s. Thujae aetheroleum, ferner Flavonoide, u.a. Procyanidin-B3 sowie die Biflavonoide Hinokiflavon und Amentoflavon; außerdem Catechin, Gallocatechin, Cumarine und Harze. Anw.: ausschließlich als Bestandteil von Fertigarzneimitteln in Kombination mit weiteren Drogenpräparaten bei akuten und chronischen Atemwegsinfekten, zuweilen als Begleittherapie zur Antibiotikabehandlung sowie bei bakteriellen Hautinfekten, auch Herpes simplex labialis. Volkstümlich ferner bei rheumatischen Beschwerden und Gicht als Einreibung. Mißbräuchlich diente die Droge auch als Abortivum. Die homöopathische Urtinktur dient als "Thuja extern" zur Warzenbehandlung. Infolge hoher Toxizität des äther. Öles darf eine unkontrollierte innerliche Nutzung nicht erfolgen.
Hom.: Thuja occidentalis HAB 1; Abendländischer Lebensbaum, die frischen, beblätterten, einjährigen Zweige. Anw.-Geb.: Konstitutionsmittel bei Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, des Auges, des lymphatischen Systems, des Magen-Darm-Traktes, der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, der Haut sowie des Stütz- und Bewegungsapparates.
Histor.: Der Gattungsname Thuja wird vom griechischen thyo (opfern) abgeleitet, da das angenehm riechende Holz bei Opfern verbrannt wurde. Unter dem Namen Ramuli arboris vitae waren die grünen Zweige früher offizinell und wurden als harn- und schweißtreibendes Mittel eingesetzt.



Thuja occidentalis, Abendländischer Lebensbaum



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