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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Turbina corymbosa

Turbina corymbosa (L.) Raf.
(syn. Convolvulus corymbosa, C. sidaefolia, Ipomoea corymbosa, I. sidaefolia, Rivea corymbosa); Schlangenpflanze (syn. Grüne Schlange, Mexikanische Trichterwinde, Ololiuquiranke).
Fam.: Convolvulaceae.
Vork.: Mittelamerika, Mexiko, Kuba, Amazonasbecken, Philippinen, Südafrika.
Droge: Turbina corymbosa-Samen, die frischen oder getrockneten Samen. Inh.: Mutterkornalkaloide (0,012-0,07 %), wie Ergin (Lysergsäureamid), Erginin, wenig Chanoclavin, Elymoclavin und Lysergol.; Diterpenglykoside, wie Epicorymbosin; Galactomannane. Wirk.: halluzinogen (starke Visionen), hypnotisch. Anw.: in der aztekischen Kultur spielte die Droge eine bedeutsame Rolle als Rauschmittel und Zaubertrank mit angeblich schmerzstillenden Eigenschaften. Auch heute wird Turbina corymbosa von zahlreichen Indianergruppen Südmexikos für ihre rituellen Zeremonien eingesetzt, auch für therapeutische Zwecke, wie Frauenleiden, Unfruchtbarkeit, Fieber und als Aphrodisiakum.
Histor.: Der rituelle und medizinische Gebrauch der Droge geht weit in vorspanische Zeiten zurück und ist bei allen mittelamerikanischen Völkern dokumentiert. Dort wurden die Samen von Turbina corymbosa übereinstimmend als "kleine Götter" bezeichnet und fanden überwiegend rituelle Verwendung. In Europa wurde die Droge 1651 durch eine Schrift des spanischen Arztes Francisco Hernández bekannt, ihre botanische Identität aber erst in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts durch Richard Evans Schultes aufgeklärt. Die Isolation der Wirkstoffe und Beschreibung ihrer pharmakologischen Eigenschaften gelang Albert Hofmann Anfang der sechziger Jahre.

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