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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Ulmus-Arten

Ulmus-Arten

Fam.: Ulmaceae.

Ulmus carpinifolia Gled. (syn. Ulmus coritana, U. diversifolia, U. foliacea, U. nitens); Gewöhnliche Ulme (Feldrüster, Feldulme, Rotrüster).
Vork.: Europa bis Mittelmeergebiet.
Droge: Ulmi cortex, Ulmenrinde (syn. Rüsterrinde). Inh.: Schleimstoffe, Gerbstoffe (ca. 3 %), Phlobaphene, Bitterstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde als Mucilaginosum und Adstringens, bei Durchfällen sowie als Diuretikum.
Hom.: Ulmus capinifolia, die Rinde. Anw.-Geb.: bei Hautausschlägen und Scrophulose.

Ulmus glabra Huds. (syn. Ulmus campestris, U. montana, U. scabra). Bergulme.
Vork.: gemäßigtes Europa bis Kleinasien. Inhaltsstoffe und Anwendung ähnlich wie bei Ulmus carpinifolia.
Hom.: Ulmus (syn. Ulmus campestris) HAB 34; die frische Rinde der jungen Zweige. Anw.-Geb.: rheumatische Schmerzen der Hand- und Fußgelenke.

Ulmus laevis Pall. (syn. Ulmus effusa); Flatterrüster (syn. Flatter Rüster, Glatte Rüster, Wasserrüster, Weißrüster).
Vork.: Mittel-, Ost- und Südosteuropa.
Droge: Ulmi cortex (syn. Cortex Ulmi); Ulmenrinde (syn. Elmenrinde, Rüsterrinde), die von Kork und Borke befreite, im Frühjahr von etwa drei- bis vierjährigen Ästen und Zweigen geschälte Rinde. Inh.: (+)-Catechin, Gerbstoffe (Proanthocyanidine), Chlorogensäure, Schleimstoffe, Sterole, u.a. β-Sitosterol. Anw.: volkstümlich als Antidiarrhoikum bei unspezifischen Durchfallerkrankungen, äußerlich bei Hautkrankheiten.

Ulmus rubra Mühlenb. (syn. Ulmus americana, U. fulva); Rotulme (syn. Fuchsbaum, Rotrüster, Schleimrüster).
Vork.: Nordamerika.
Droge: Ulmae fulvae cortex (syn. Cortex Ulmi fulvae); Rotulmenrinde, die getrocknete, von Borke und Außenrinde befreite Innenrinde. Inh.: bes. Schleimstoffe. Anw.: volkstümlich als reizlinderndes Mittel bei Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Bereich. Äußerlich, gemischt mit Bierhefe und Milch, als Kataplasma bei rheumatischen Beschwerden und Gicht.

Histor.: Der Name Ulme ist aus dem gleichlautenden lateinischen ulmus abgeleitet, wie er bereits von Virgil benutzt wurde. Die Bezeichnung "ëlmbaum" im Althochdeutschen ist ebenfalls mit dem lateinischen ulmus verwandt. Die Ulme gehört zu den bereits im Altertum bekannten Heilpflanzen. Dioskurides empfahl die adstringierenden Eigenschaften der Blätter, Äste und Rinde bei Knochenbrüchen, Hautkrankheiten, als Wundheilmittel sowie als schleimlösendes Mittel. In Form eines Absuds oder als Salbe stand die Ulme bes. in Frankreich in hohem Ansehen, um chronische Hautkrankheiten erfolgreich zu behandeln.

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