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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Veratrum album

Veratrum album L.
(syn. Helleborus albus, Melanthium album, Veratrum lobelianum); Weißer Germer (syn. Weiße Hellebore, Weiße Nieswurz), vgl. Abbildung.
Fam.: Melanthiaceae.
Vork.: in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas, in Nordasien, Japan, Sibirien und der Arktis.
Droge: Veratri rhizoma (syn. Rhizoma Veratri, Radix Veratri albi, Radix Hellebori albi); Weiße Nieswurz (syn. Fieberwurzel, Germerwurzel, Krätzewurzel, Läusewurzel, Sauwurzel, Stellwurzel), der getrocknete Wurzelstock mit Wurzeln. Die Droge ist stark giftig! Inh.: Steroid-Alkaloide (1,2-1,6 %), die zum Solanidan-Typ gehören bzw. einen C-nor-D-homo-Steran-Grundkörper aufweisen, wie Protoverin, Protoveratrin A vgl. Formel und B (Tetraester); Jervin, Rubijervin, Germerin. Wirk.: gefäßerweiternd, negativ chronotrop, blutdrucksenkend mit digitalisähnlicher Wirkung am insuffizienten Herzen. Anw.: früher als Antihypertonikum, heute wegen der hohen Toxizität und unsicheren Dosierung obsolet. In der Volksheilkunde wurde die Droge bei Herzrhythmusstörungen, zur Linderung von Krämpfen, Erbrechen und Durchfall bei Cholera, bei Herzbeschwerden, als Emetikum und bei Fieber verwendet. Äußerlich kommt sie bei Gelenkschmerzen, Neuralgien, Gicht und Rheuma zum Einsatz. Wegen der starken Vergiftungsgefahr ist die Anwendung heute nicht mehr vertretbar. Besondere Bedeutung hatte die Droge früher als Bestandteil des "Schneeberger Schnupftabaks".
Hom.: Veratrum album HAB 34; Weiße Nieswurz, der getrocknete Wurzelstock. Anw.-Geb.: entzündliche Prozesse des Zentralnervensystems, des Herzens, des arteriellen Gefäßsystems, der unteren Atemwege, des Magen-Darm-Traktes und der weiblichen Geschlechtsorgane.



Veratrum album, Weißer Germer



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