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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Virola-Arten

Virola-Arten

Fam.: Myristicaceae.

Virola calophylla Warb.
Vork.: Nordwest-Brasilien.
Droge: Virola calophylla-Rinde (syn. Epena), die getrocknete Rinde. Inh.: Alkaloide, u.a. N,N-Dimethyltryptamin und 5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin. Anw.: siehe Virola-theodora-Rinde.

Virola calophylloidea Markgr.
Vork.: Brasilien (Flußgebiet des Rio Negro).
Droge: Parica (syn. Virola-calophylla-Rinde, Yakée), die getrocknete Rinde. Inh.: Tryptaminalkaloide siehe Viola-calophylla-Rinde. Anw.: siehe Virola-theodora-Rinde.

Virola elongata (Spr. ex Benth.) Warb. (syn. Virola cuspidata, V. rufula).
Vork.: Urwälder Brasiliens.
Droge: Virola elongata-Rinde, die getrocknete Rinde. Inh. und Anw.: siehe Virola theodora-Rinde.

Virola sebifera Aubl. (syn. Myristica sebifera), Talgmuskatnußbaum.
Vork.: Brasilien, Guyana.
Drogen: 1. Virola sebifera-Rinde, die Stammrinde. Inh.: Gerbstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde zur Wundbehandlung. 2. Virola-sebifera-Samen, die reifen Samen. Inh.: hoher Gehalt an Fettsäureglyceriden, bes. Laurodimyristin (30-39 %) und Trimyristin (29-38 %). Anw.: industriell in der Fett-, Kerzen- und Seifenherstellung. Das Öl-Fett-Gemisch besitzt ähnliche Eigenschaften wie Kakaobutter (Theobroma cacao).
Hom.: Myristica sebifera (syn. Virola sebifera) HAB 34, der frische, rote Saft aus der Verletzung der Rinde. Anw.-Geb.: Eiterungen und andere entzündliche Prozesse der Haut.

Virola theiodora (Spr. ex Benth.) Warb. (syn. Virola calophylla).
Vork.: westliches Amazonasgebiet Brasiliens und Kolumbiens, bes. Rio-Negro-Becken.
Droge: Virola-theodora-Rinde, die getrocknete Rinde. Inh.: Tryptamin- und β-Carbolinalkaloide, bes. N,N- Dimethyltryptamin (DMT) vgl. Formel und 5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin (5-Meo-DMT) vgl. Formel. Anw.: in den Herkunftsgebieten wird aus verschiedenen Virola-Arten ein halluzinogen wirkendes Schnupfpulver bereitet, das bes. für religiöse Zeremonien, magische Riten, aber auch zur Beurteilung und Behandlung von Erkrankungen genutzt wird.





Histor.: Der Gebrauch von verschiedenen Virola-Arten für rituelle Schnupfpulver wurde erst in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts vom amerikanischen Ethnobotaniker Richard Evans Schultes entdeckt, obwohl Mitte des 19. Jh. die Pflanze bereits beschrieben wurde.

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