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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Vitex agnus-castus

Vitex agnus-castus L.
(syn. Agnus-castus vulgaris, Vitex verticillata); Mönchspfeffer (syn. Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschlamm, Müllen), vgl. Abbildung.
Fam.: Verbenaceae.
Vork.: Mittelmeergebiete bis westliches Asien.
Drogen: 1. Agni casti fructus (syn. Baccae Agni casti, Fructus Agni casti, Semen Agni casti); Mönchspfefferfrüchte (syn. Keuschlammfrüchte), die reifen, getrockneten Früchte. Inh.: Iridoidglykoside, u.a. Agnusid und Aucubin vgl. Formel, Flavonoide, bes. Casticin und Penduletin. Ferner äther. Öl (0,8-1,2 %) mit den Hauptkomponenten 1,8-Cineol, Limonen, α-Pinen und β-Pinen sowie Diterpene, u.a. Rotundifuran und Vitexilacton. Wirk.: Extrakte der Droge wirken dopaminerg, prolactininhibierend und regen unter anderem die Ausschüttung der Gonadotropine LH, ICSH und LTH an. Sie sind Bestandteil zahlreicher Phytopharmaka. Anw.: prämenstruelle Beschwerden, Regeltempoanomalien, Mastodynie sowie als Galactagogum. 2. Viticis folium (syn. Vitex-peduncularis-Blätter), die getrockneten Blätter. Inh.: Iridoide, bes. Agnusid (0,6 %) und Aucubin (0,3 %) sowie Eurostosid, Flavonoide, u.a. Casticin, Homoorientin und Isovitexin. Ferner äther. Öl (0,5-1 %) mit den Hauptkomponenten 1,8-Cineol, β-Caryophyllen, E-β-Farnesen, Limonen, α-Pinen und Sabinen sowie die Ketosteroide Androstendion, 17-α-Hydroxyprogesteron und Progesteron. Anw.: volkstümlich bei Fieber.
Hom.: Vitex agnus-castus HAB 1; Mönchspfeffer, die reifen, getrockneten Früchte. Anw.-Geb.: Erkrankungen der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane.
Histor.: Die Bezeichnung agnus ist von den griechischen Worten agnos (keusch, rein) und gonos (Nachkommenschaft) abgeleitet und wurde bereits von Dioskurides in Zusammenhang mit der weitverbreiteten Ansicht einer anaphroditischen Wirkung gebraucht. Ebenso weist der lateinische Name castus (keusch) auf diese Ansicht hin. Der Strauch galt als Sinnbild der Keuschheit. Im Altertum, aber auch im Mittelalter, dienten Zubereitungen aus den Früchten als Mittel zur Minderung des Geschlechtstriebes, zur Förderung der Regelblutung sowie des Milchflusses. In einigen südlichen Regionen dienen die Früchte auch als Pfefferersatz, während die scharfen Blätter anstelle von Hopfen dem Bier zugesetzt werden.



Vitex agnus-castus, Mönchspfeffer

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