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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Vitis vinifera

Vitis vinifera L. ssp. vinifera
Wein (syn. Weinstock, Weinrebe).
Fam.: Vitaceae.
Vork.: Mittel- und Südeuropa, Vorderasien, Mittel- und Südamerika, Australien, Neuseeland, in der Regel kultiviert.
Droge: 1. Vitis viniferae folium (syn. Folia Vitis viniferae); Weinrebenblätter (syn. Weinblätter), die frischen Laubblätter. Inh.: Tartrate, u.a. Kaliumbitartrat (ca. 2 %), und Calciumbitartrat, ferner Calciumoxalat, freie Wein-, Äpfel- und Bernsteinsäure, Zucker (ca. 2 %), Flavonoide, wie Quercitrin und Quercetin, sowie Gerbstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde bei Hautleiden, Blutungen und Dysenterie. Aus den Weinranken (Pampini Vitis) wurde früher Extractum Vitis pampinorum für diese Indikationen hergestellt. 2. Oleum Vitis viniverae e seminibus; Traubenkernöl, das fette Öl der Kerne. Inh.: Triglyceride, die Palmitinsäure (8-10 %), Stearinsäure (3-5 %), Ölsäure (10-20 %), Linolsäure (65-70 %) sowie Myristin- und Linolensäure als Fettsäurekomponenten enthalten. Anw.: als Diätetikum, Speise- und Backöl; in der Farbenindustrie zur Gewinnung von Firnissen, in der Linoleum- und Seifenherstellung. 3. Fructus Vitis; Weinbeeren (syn. Weintrauben), die reifen Früchte. Inh.: Weinsäure (0,3-0,4 %), Äpfelsäure (0,3-0,4 %), Tartrate (0,4-0,6 %), Zucker (3-15 %), Pektine (ca. 3 %), Pentosane, Gerbstoffe, Quercitrin und Quercetin, in blauen Trauben Oenin, Anthocyane, Xanthophylle, Cartozine, Vitamine A, B1, B2, C, Gerbstoffe, Vanillin, fettes Öl. Anw.: zur "Traubenkur", d.h. durch die laxierenden und diuretischen Effekte der Tartrate bei Stoffwechselkrankheiten, Verstopfung, Hauterkrankungen, Fettsucht, Herzleiden; zur Herstellung von Traubensaft bzw. zur Weinherstellung (s. Vinum). 4. Passulae majores (syn. Uvae passae); Rosinen (syn. Sultanas, Sultaninen, Zibeben), die getrockneten Früchte. Inh.: Fruchtsäuren (ca. 1,5 %), Dextrose (ca. 28 %), Lävulose (ca. 34 %), Mineralien. Anw.: in der Backwarenindustrie, für Suppen, Süßspeisen, Puddings, Schokoladenprodukte etc. Die besten Produkte stammen aus Spanien, Frankreich, Griechenland, Kleinasien und Kalifornien. 5. Passulae minores (syn. Uvae corinthiacae); Korinthen, die getrockneten Früchte von Vitis vinifera var. apyrena, dessen Anbaugebiete Griechenland (Korinth) und Australien sind. Inh.: Fruchtsäuren (2,5 %), Zucker (ca. 53 %), Proteine (ca. 2,8 %). Anw.: für Backwaren, Puddings und Suppen. 6. Vinum; Wein, das durch alkoholische Gärung aus dem Saft der frischen Weintraube hergestellte Getränk. Für arzneiliche Zwecke werden hauptsächlich süße Weine, wie Xereswein (Cherry) oder Vinum dulce (Süßwein) eingesetzt. Inh.: Ethanol (je nach Traubensorte, Erntezeitpunkt und Anbaugebiet zwischen 6 und maximal 16 %), Zucker, Tartrate, Fruchtsäuren, Duftstoffe, Farbstoffe, Gerbstoffe, Mineralien, Alkaloide (Salsolin), Amine (Serotonin, Dopamin), Resveratrol. Anw.: hauptsächlich als Genußmittel, zur Bereitung der Arzneiweine (Vinum medicatum), früher auch als Stärkungsmittel. Bei mäßigem Weingenuß wird eine protektive Wirkung bezüglich der Arteriosklerose und koronaren Herzerkrankungen beobachtet.
Hom.: Vitis vinifera HAB 34; Wein, die frischen Blätter.

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