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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Zanthoxylum-Arten

Zanthoxylum-Arten

Fam.: Rutaceae.

Zanthoxylum armatum DC. (syn. Zanthoxylum alatum, Z. planispinum).
Vork.: südliches und östliches Asien, insbes. Indien, Nepal, China.
Drogen: 1. Zanthoxylum-armatum-Früchte; die Früchte. Inh.: Flavonoide, u.a. Hyperosid, Isoquercitrin sowie Kämpferol- und Luteolinglykoside, ferner Chlorogensäure, äther. Öl (1,5 %) mit Linalool (ca. 60 %) als Hauptkomponente sowie Limonen, Sabinen, Linalylacetat, Citral, Geraniol und Methylcinnamat. Anw.: in der Heilkunde der Heimatgebiete als Wurmmittel, bei Magen-Darm-Infektionen, rheumatischen Beschwerden sowie Prellungen. Das äther. Öl wird in Indien auch für kosmetische Erzeugnisse, bes. Seifen, genutzt. 2. Zanthoxylum-armatum-Rinde; die Rinde. Inh.: Benzophenanthridinalkaloide, Xanthoplanin, Lignane. Anw.: volkstümlich in den Heimatländern als Tonikum bei Dyspepsie, ferner bei Fieber und Cholera.

Zanthoxylum budrunga Wall. ex DC. (syn. Zanthoxylum limonella, Z. rhetsa).
Vork.: Indien.
Drogen: 1. Zanthoxylum-budrunga-Früchte, die reifen Früchte. Inh.: Indolopyridochinazolin-Alkaloide, wie Rutaecarpin; äther. Öl, fettes Öl. Anw.: in der indischen Volksheilkunde bei Dyspepsie, Rheuma, Bronchitis, Herzbeschwerden und Zahnschmerzen. Das Samenöl wird in Indien als Speiseöl bzw. zur Seifenherstellung verwendet. 2. Zanthoxylum-budrunga-Rinde, die Stammrinde. Inh.: Alkaloide, wie Chelerythrin, Evodiamin, Rutaecarpin, Skimmianin, Zanthobungeanin; Sesamin, Triterpene. Anw.: in der Volksheilkunde bei Magen- und Brustschmerzen, als Tonikum und zur Fiebersenkung, in Indonesien bei Malaria, Durchfall und Erbrechen.

Zanthoxylum bungeanum Maxim. (syn. Zanthoxylum alatum, Z. bungei, Z. stimulans).
Vork.: China.
Droge: Pericarpium Zanthoxyli (syn. Zanthoxyli pericarpium); Zanthoxylum-bungeanum-Perikarp, das getrocknete, von Samen und Stielen befreite Perikarp. Inh.: äther. Öl (0,7-9 %), Säureamide, Flavonoide, phenolische Verbindungen. Anw.: in der Volksheilkunde bei Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen, Diarrhoe, Spulwurmbefall, juckenden Ekzemen sowie als Diuretikum und Asthmamittel. Die Droge wird ebenso in der asiatischen Küche als scharfes Gewürz (Szechuanpfeffer) genutzt.

Zanthoxylum chalybeum Engl. (syn. Fagara chalybea, F. fischeri, F. merkeri, F. mpwapwensis, F. olitoria, Zanthoxylum olitorium).
Vork.: Afrika.
Droge: Zanthoxylum-chalybeum-Wurzelrinde, die getrocknete Wurzelrinde. Inh.: Asarinin, Sesamin, Sesamol, Benzophenanthridin-Alkaloide, wie Chelerythrin, Nititin, Palmatin; Aporphine, Phenylalkylamine, Furochinoline, Säureamide, Germacron, Usambanolin. Anw.: in der Volksheilkunde gegen Eingeweidewürmer, bei Fieber, Geschwülsten, bei Harnbeschwerden sowie zur Therapie von Rheuma, Schwellungen, bei Zahnschmerzen und als Chininersatz bei Malaria. Die Droge ist auch Bestandteil von afrikanischen Pfeilgiften.

Zanthoxylum clava-herculis L. (syn. Zanthoxylum carolinianum, Fagara caroliniana).
Vork.: südöstliche Küstengebiete der USA, bes. Florida und Südvirginia.
Drogen: Zanthoxylum-clava-herculis-Früchte; die voll reifen, getrockneten Früchte. Inh. und Anw.: siehe Z. fraxineum.

Zanthoxylum fraxineum Willd. (syn. Thylas fraxinifolium, Xanthoxylum caribaeum, X. fraxineum, X. fraxinifolium, X. mite, X. ramiflorum, X. tricarpum, Zanthoxylum americanum); Zahnwehholz (syn. Gelbholz).
Vork.: bes. östliches Nordamerika.
Droge: Xanthoxyli cortex (syn. Cortex Xanthoxyli); Gelbholzrinde, die getrocknete Rinde. Inh.: Pyranocumarine, bes. Alloxanthoxyletin, Xanthoxyletin vgl. Formel und Xanthyletin, Benzylisochinoline, u.a. Chelerythrin, Laurifolin, Magnoflorin, Nitidin und Tembetarin, Phenylethylamin, Candicin. Harz und Gerbstoffe. Anw.: volkstümlich in den Heimatgebieten bei rheumatischen Erkrankungen, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich, der ableitenden Harnorgane sowie bei nervösen Leiden.
Hom.: Zanthoxylum fraxineum HAB 34; Gelbholzbaum, die getrocknete Rinde. Anw.-Geb.: Erkrankungen des Zentralnervensystems und der weiblichen Geschlechtsorgane.
Histor.: Der Gattungsname geht auf das griechische xanthos (gelb) und xylon (Holz) zurück und bezieht sich auf die gelbe Farbe des Holzes, während der Artname fraxineum (eschenähnlich) auf die Ähnlichkeit mit den Blättern von Fraxinus excelsior hinweist. In Amerika kam die Droge einst gegen chronischen Rheumatismus, Lumbago und Syphilis zur Anwendung.



Zanthoxylum nitidum (Roxb.) DC. (syn. Fagara nitida, F. oblongifolia, F. pendjaluensis, F. torva, F. warburgii, Piper pinnatum, Zanthoxylum hamiltonianum, Z. asperum, Z. hirtelleum, Z. scabrum, T. torvum).
Vork.: China, Indien, Australien.
Drogen: 1. Zanthoxylum-nitidum-Blätter, die Laubblätter. Inh.: äther. Öl mit Limonen. Anw.: in der Volksheilkunde als Antiseptikum bei Mund- und Halsentzündungen. 2. Zanthoxylum-nitidum-Wurzel, die getrockneten Wurzeln. Inh.: Flavonoide, Alkaloide, wie Nitidin und Oxynitidin; Skimmianin, Allocryptopin, Lignane, wie Asarinin und Sesamin. Anw.: in der Volksheilkunde bei Verstauchungen, Schlangenbissen, als Expektorans, zur Fiebersenkung und zur Menstruationsförderung sowie als Carminativum und Antirheumatikum.

Zanthoxylum piperitum DC.(syn. Xanthoxylum piperitum); Japanischer Pfeffer.
Vork.: China, Korea.
Droge: Szechuan-Pfeffer (syn. Sansho, Zanthoxylum-piperitum-Pericarp), die unreifen frischen oder reifen getrockneten Früchte, zuweilen auch die Fruchtwand der reifen Früchte, Inh.: Säureamide mehrfach ungesättigter Säuren als Scharfstoffe, u.a. Hydroxy-γ-sanshoöl (1,9-2,6 %), α-Sanshoöl (0,3-0,4 %) und γ-Sanshoöl (0,06-0,08 %) sowie äther. Öl, u.a. mit Citronellal, Dipenten, (+)-Limonen, β-Phellandren und Geraniol. Anw.: Stomachikum bei Dyspepsien, als Wurmmittel, bes. gegen Askariden, sowie als Gewürz, bes. für Fischgerichte.

Zanthoxylum xanthoxyloides (Lam.) Waterm. (syn. Fagara senegalense, F. xanthoxyloides, F. zanthoxyloides, Zanthoxylum polyganum).
Vork.: West- und Ostafrika.
Droge: Zanthoxylum-xanthoxyloides-Wurzel, die Wurzeln. Inh.: Benzophenanthridine, wie Berberin, Chelerythrin und Fagaronin; Skimmianin, 6-Canthinon, Benzoesäurederivate, Säureamide, Sterole, äther. Öl, Gerbstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde bei Zahnschmerzen, gegen Fieber, als Schmerzmittel, gegen Eingeweidewürmer und bei Verdauungsstörungen, gegen Geschwüre und rheumatische Beschwerden.

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