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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Zea mays

Zea mays L. Off.
Mais (syn. Kukurutz, Kukuruz), vgl. Abbildung.
Fam.: Poaceae (Gramineae).
Vork.: weltweit kultiviert, insbes. in USA, heimisch vermutlich Mexiko.
Drogen: 1. Maydis amylum (syn. Amylum Maydis); Maisstärke, die nach Abtrennung der ölhaltigen Keimlinge durch Ausschlämmen der gemahlenen Körner mit Wasser erhaltenen Stärkekörner. Der Stärkegehalt der Früchte liegt bei etwa 55-72 %. Inh.: Gemisch von eckigen und runden, meist 10-20 μm großen Einzelstärkekörnern, die im mikroskopischen Bild oft sternförmige Spalten aufweisen. Anw.: in der pharmazeutischen Technologie unter anderem als Pudergrundlage und Bindemittel für Tabletten, in Nährpräparaten, technisch für Appreturen sowie zur Gewinnung von Glucose, Maltose, Sirup sowie Britisches Gummi, ein nach Erhitzen von Maisstärke auf ca. 200 °C erhaltenes Produkt. 2. Oleum Maydis embryonis (syn. Oleum Zeae); Maiskeimöl (syn. Maisöl), das aus den Keimlingen von Zea mays durch Pressen oder Extraktion gewonnene, raffinierte fette Öl. Inh.: Das zu 30-50 % in den Keimlingen enthaltene Öl besteht zu etwa 93 % aus Glyceriden der Linolsäure (34-62 %), Ölsäure (19-49 %), Palmitinsäure (8-12 %), Stearinsäure (2-4 %) und Linolensäure (ca. 1 %) und enthält unter anderem Vitamin E (Tocopherole). Anw.: natürlicher Vitamin-E-Träger, als Speiseöl sowie zur Herstellung von Haut- und Körperpflegemitteln. 3. Stigmata Maydis (syn. Stigmata Maidis, Styli Maydis); Maisgriffel (syn. Maisnarben), die getrockneten fadenförmigen Griffel der weiblichen Blüten. Inh.: äther. Öl (0,1-0,2 %, u.a. Carvacrol enthaltend), Gerbstoffe, Flavonoide, Harz, Saponine, Schleimstoffe und hoher Gehalt an Kaliumsalzen. Anw.: volkstümlich als Diuretikum bei Harnbeschwerden, Blasen- und Nierengrieß. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 1 Teelöffel (etwa 0,5 g) Droge.
Hom.: Stigmata Maydis HAB 34; Maisnarben, die frischen Maisnarben. Anw.-Geb.: Erkrankungen der Nieren, ableitenden Harnwege und der Haut.
Histor.: Der Mais ist eine ausschließliche Kulturpflanze, die sich allein nicht vermehren kann. Er wurde in vorgeschichtlicher Zeit von den Ureinwohnern Mexikos und Mittelamerikas aus einem Wildgras, der sog. Teosinte, gezüchtet und existiert bereits seit mehr als 4000 Jahren in mehreren Kultursorten. Mit der Entdeckung Amerikas durch die Spanier Anfang des 16. Jh. gelangte der Mais, der heute zu den weltwirtschaftlich wichtigsten Kulturpflanzen zählt, nach Europa. Der Anbau der wärmeliebenden Pflanze erfolgt in Europa bevorzugt in den südlichen Regionen.



Zea mays, Mais

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