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Lexikon der Astronomie: extraterrestrisch

Eine Bezeichnung in der Astronomie, die wörtlich 'außerhalb der Erde befindlich' meint. Extraterrestrische Physik ist also die Weltraumphysik oder die Physik des Kosmos, die Astrophysik.

Der Extraterrestrische

Berühmt und bekannt wurde dieser Terminus sicherlich im Science-Fiction Film E.T. – Der Außerirdische, denn 'E.T.' ist gerade das Akronym für den extraterrestrian, den Außerirdischen, dessen Finger rot glühen kann. Es handelt sich übrigens nicht um einen Mitarbeiter unseres Instituts.

Jemand da draußen?

Signale extraterrestrischen Ursprungs stammen demnach von kosmischen, aber nicht notwendigerweise künstlichen Quellen. Bisher war zumindest kein Signal darunter, von dem man sagen könnte, dass gerade ein E.T. nach Hause telefoniert. Das SETI-Projekt (Search for Extraterrestrian Intelligence, dt. 'Suche nach außerirdischen Intelligenzen') durchforstet seit Jahren die Flut elektromagnetischer kosmischer Signale (Radiowellen), auf bestimmte Muster, die auf einen künstlichen Ursprung, d.h. auf eine andere Intelligenz hinweisen – bisher wurde nichts gefunden.
Führt man sich allerdings vor Augen, dass die Radiotechnik des Menschen erst wenige Jahrzehnte verfüg- und kontrollierbar ist, verwundert es nicht, dass man bisher nichts fand. Die Lichtgeschwindigkeit, mit der sich auch die Radiowellen ausbreiten, ist endlich und liegt bei fast 300 000 km/s. Jedes Jahr dehnt sich der Horizont unserer gesendeten Radiostrahlung um ein Lichtjahr aus. Die Strahlung schwächt sich aber auch bei ihrer Ausbreitung in ihrer Intensität ab. Bei großzügigem Aufrunden hat der Mensch also gerade mal seine mit Information modulierten Radiowellen hundert Lichtjahre ins Universum hinaus geschickt. Diese Skala liegt noch weit innerhalb der Milchstraße und reicht nicht einmal bis zum roten Schulterstern Beteigeuze im Wintersternbild Orion.

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  • Die Autoren
- Dr. Andreas Müller, München

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