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Lexikon der Astronomie: Geometrodynamik

Geometrodynamik ist ein Begriff der von dem Relativisten John A. Wheeler 1961 geprägt wurde. Diese Bezeichnung bündelt die Vorstellung, dass die Geometrie ein dynamisches Gebilde in der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) ist und die Metrik oder Raumzeit im Prinzip ständig 'in Bewegung ist' bzw. lokale Krümmungen ständigen Änderungen unterworfen sind. Der Begriff wurde in Analogie zur klassischen Elektrodynamik gewählt, ist aber nicht sehr gebräuchlich. Physiker und Relativisten bevorzugen den Begriff ART, mit dem Geometrodynamik gleichbedeutend ist. Die Loop-Quantengravitation wird manchmal auch Quantengeometrodynamik genannt.

Farbgeometrodynamik

Die ART ist eine Gravitationstheorie mit verschwindender Torsion, d.h. der Torsions-Tensor ist null. Nur dann sind die Christoffel-Symbol symmetrisch. Es gibt jedoch die Alternative, eine Gravitationstheorie mit Torsion aufzuziehen (siehe auch Fernparallelismus). Naturbeobachtungen erzwingen das nicht, doch gibt es diese Freiheit in der Theorie. Ein Vorteil ist u.a., dass der Spin in die ART implementiert werden kann. Die Idee geht auf den französischen Mathematiker Elie Joseph Cartan (1869 – 1951) zurück, der dazu in den 1920 Jahren Arbeiten verfasst hat. Dieser theoretische Zweig wurde von Friedrich W. Hehl und Eckehard W. Mielke in den 1970ern wieder aufgegriffen und wurde aufgrund der Verwandtschaft zur Quantenchromodynamik mit dem Begriff Farbgeometrodynamik (engl. color geometrodynamics, CGMD) bezeichnet.

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  • Die Autoren
- Dr. Andreas Müller, München

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