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Lexikon der Astronomie: Seltsamkeit

Seltsamkeit ist in der Teilchenphysik eine Quantenzahl bzw. ein weiterer Quantenfreiheitsgrad (wie z.B. die Ladung oder der Spin).

Warum seltsam?

Etymologisch geht der Begriff seltsam (engl. strange) auf die merkwürdige Beobachtung zurück, dass seltsame Materie so kurzlebig ist. Die Quantenzahl Seltsamkeit wird bestimmt durch die strange-Quarks, die jeweils S = -1 haben und die strange-Antiquarks, die S = +1 haben. Alle anderen Teilchen haben per definitionem S = 0. Teilchen, die aus mehreren strange-Quarks bestehen, haben lediglich die entsprechend aufsummierte Seltsamkeit ihrer Komponenten.

Hier gibt es seltsame Materie

Die uns umgebende, gewöhnliche Materie (baryonische Materie) besteht zum größten Teil aus up- und down-Quarks. So ist es beispielsweise bei den Nukleonen (Protonen und Neutronen).
Daneben gibt es aber auch die experimentell beobachteten strange-Quarks, deren Anteil in seltsamer Materie signifikant erhöht ist. Eine besondere Teilchenfamilie, die Hyperonen, sind alle seltsam.
In der Astronomie wird über die Existenz von so genannten seltsamen Sternen spekuliert. Diese Sterne bestehen ausschließlich aus u-, d- und s-Quarks und sind infolge einer 'weicheren' Zustandsgleichung stärker komprimierbar als normale Neutronensterne.

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  • Die Autoren
- Dr. Andreas Müller, München

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