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Lexikon der Biochemie: Amphetamine

Amphetamine, starke Psychostimulanzien, wie Amphetamin und Methamphetamin (Abb.) sowie einige Derivate (z.B. Methylpenidat, Fenfluramin und Pemolin). A. werden als Dopamin-Agonisten eingestuft. Sie setzen neusynthetisierte Catecholamine, z.B. Dopamin, aus den präsynaptischen Nervenenden frei. Dadurch wird die Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt und an den Dopaminrezeptoren erhöht. D-A. ist drei- bis viermal wirksamer als L-A. und Methamphetamin ("Speed", "Ice") zeigt eine noch stärkere Wirkung. Als Reaktionen auf eine Amphetaminaufnahme treten ein: Erhöhung des Blutdrucks, Beschleunigung des Pulses, Entspannung der Bronchialmuskulatur, gesteigerte Aufmerksamkeit, Euphorie, Erregung, Wachheit, geringeres Schlafbedürfnis, Appetitverlust und verstärkte motorische Aktivität. Für eine begrenzte Zeit führen A. zu einer Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit (Doping). Eine längere Einnahme von A. macht süchtig und hat das Auftreten von stereotypem sowie aggressivem und gewalttätigem Verhalten, paranoiden Wahnvorstellungen und starker Appetitlosigkeit zur Folge. Therapeutische Anwendung finden A. bei Narkolepsie, bei Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen von Kindern sowie bei Übergewicht. Amphetaminderivate, die als nasenschleimhautabschwellendes Mittel eingesetzt werden, wie z.B. Ephedrin, Tetryzolin, Xylometazolin, wirken auf das periphere Nervensystem und zeigen nur geringe zentralnervöse Effekte.



Amphetamine. Strukturen einiger Amphetamine.

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