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Lexikon der Biochemie: Antigene

Antigene, Substanzen, die eine Immunantwort auslösen. Es handelt sich um körperfremde, natürliche oder synthetische Makromoleküle, insbesondere Proteine und Polysaccharide (Mr >2kDa), sowie Oberflächenstrukturen von Fremdpartikeln. Ein Antigen besteht aus einem hochmolekularen Teil, der Träger von meist mehreren niedermolekularen Gruppen ist, die für die Spezifität der Immunantwort und der Reaktion der A. mit den entsprechenden Immunglobulinen ausschlaggebend sind. Diese niedermolekularen Bereiche, Antigendeterminanten genannt, liegen an der Moleküloberfläche und bedingen die Valenz der A. Fast alle A. sind polyvalent und induzieren daher mehr als eine Antikörperart. Die größten determinanten Gruppen mit bis zu 30 Aminosäureresten (Mr 3,5kDa) kommen bei den Proteinantigenen vor. Bei den einfachen Polysacchariden umfasst die Determinante sechs bis sieben Zuckerreste. Um die Struktur von Immunglobulinen zu untersuchen, werden oft Antikörper gegen künstliche Haptene verwendet, die an verschiedene Proteine gebunden sind. So sind Verbindungen, wie z.B. Phosphorylcholin, p-Azophenylarsonat, Dinitrophenol und m-Aminobenzolsulfonat zwar nicht selbst antigen, reagieren aber mit vorgebildeten Antikörpern, die durch die Injektion des künstlichen, an ein Trägerprotein gebundenen Haptens (z.B. Dinitrophenol gekoppelt an Rinderserumalbumin, injiziert in Kaninchen) induziert wurden. Die antigene Determinante von Proteinen kann entweder in der Konformation oder der Sequenz bestehen. Erstere wird durch Proteindenaturierung zerstört.

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