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Lexikon der Biochemie: insulinähnlicher Wachstumsfaktor

insulinähnlicher Wachstumsfaktor, IGF (engl. insulin-like growth factor), IGF-1 ist ein 70 AS-Polypeptid (Mr 7,6kDa) mit drei intrachenaren Disulfidbrücken, das in Wechselwirkung mit anderen Hormonen Wirkungen des Somatotropins auf die Skelettknochen vermittelt. Es dient auch zur Charakterisierung des Insulinrezeptors. Beim Menschen ist das Gen auf dem Chromosom 12 lokalisiert, während sich auf dem Chromosom 11 das Gen für IGF-2 befindet. IGF-2 ist ein 67AS-Polypeptid (Mr 7,5kDa) mit ebenfalls drei intrachenaren Disulfidbrücken und hat Anteil an der fetalen und embryonalen Entwicklung des Nervensystems und der Knochen. Außerdem senkt es, z. B. vermittelt über den Nervus vagus, eine durch Pentagastrin initiierte Produktion der Magensäure. Die Wirkungen der i. W. werden über den IGF-1-Rezeptor (Mr 400 kDa) und den IGF-2-Rezeptor (Mr 250 kDa) vermittelt. Der IGF-1-Rezeptor (IGF-Rezeptor Typ I) ähnelt in der Struktur dem Insulinrezeptor (α2β2). Die extrazelluläre α-Untereinheit enthält eine cysteinreiche Region und 11 Glycosylierungsstellen, während die β-Untereinheit extrazellulär glycosyliert ist, eine Transmembran-Domäne (24 Aminosäurebausteine) und eine intrazelluläre Domäne mit Tyrosin-Kinase-Aktivität aufweist. Der IGF-2-Rezeptor (IGF-Rezeptor Typ II) zeigt einen anderen, mehr dem Mannose-6-phosphat-Rezeptor ähnelnden Aufbau. Es ist ein monomeres Protein mit einer weitaus größeren extrazellulären Domäne, die 19 Glycosylierungsstellen aufweist, während die viel kürzere intrazelluläre, hydrophile Domäne an verschiedenen Stellen phosphoryliert werden kann. [W.S. Cohick u. D.R. Clemmons Annu. Rev. Physiol. 55 (1993) 131-153; R. Yamamoto-Honda J. Biol. Chem. 270 (1995) 2729-2734; D.E. Jensen et al. J. Biol. Chem. 270 (1995) 6.555-6.531]

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