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Lexikon der Biochemie: Nucleosiddiphosphatzucker

Nucleosiddiphosphatzucker, Nucleotidzucker, energiereiche Nucleotidderivate der Monosaccharide. Die aktivierende Gruppe ist ein Nucleosiddiphosphat, das die Funktion eines Coenzyms ausübt. Allgemeine Bedeutung hat Uridindiphosphat, an das Glucose gebunden wird. Die Synthese dieser "aktiven Glucose" (Uridindiphosphatglucose, UDP-Glucose, UDPG) erfolgt über Glucose-1-phosphat, das enzymatisch mit Uridintriphosphat reagiert (Abb.). Weitere aktivierende Nucleosiddiphosphate mit speziellen Funktionen im Stoffwechsel sind in der Tab. aufgeführt.

In dieser aktivierten Form haben die Zuckermoleküle und die entsprechenden Derivate verschiedene Reaktionsmöglichkeiten. Von besonderer Bedeutung ist ihre Übertragung auf andere Moleküle mit OH-Gruppen, z.B. im Oligo- und Polysaccharidstoffwechsel (Kohlenhydratstoffwechsel).

Auch Uronsäuren können an Nucleosiddiphosphate gebunden werden. Die Uridindiphosphatglucuronsäure entsteht aus Uridindiphosphatglucose und ist Vorstufe der Glucuronidsynthese (Glucuronatweg).



Nucleosiddiphosphatzucker. Biosynthese von Uridindiphosphatglucose.

Tabelle. Nucleosiddiphosphatzucker.

aktivierende Nucleosiddiphosphate aktivierte Moleküle Bedeutung
Uridindiphosphat Glucose
Galactose
Glucuronat
N-Acetyl-glucosamin
allgemeiner Kohlenhydratstoffwechsel, Synthese des Glycogens, Synthese von Murein
Stoffwechsel der Galactose
Glucuronatweg, Glucuronatsynthese
Aminozuckerstoffwechsel, Synthese des Chitins
Adenosindiphosphat Glucose Synthese der Stärke
Guanosindiphosphat Mannose Synthese von L-Fucose und D-Rhamnose, 6-Desoxyhexosen
Desoxythymidindiphosphat Glucose Synthese von L-Rhamnose
Cytidindiphosphat Ribitol, Glycerin Synthese von Teichonsäuren

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