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Lexikon der Biochemie: Redundanz

Redundanz, in der Biochemie auf DNA-Ebene 1) das Vorkommen von linear angeordneten, weitgehend identischen vielfach wiederholten DNA-Abschnitten (redundante oder repetitive DNA-Sequenzen, engl. repeated sequences). Es sind 50-107 Wiederholungen nachgewiesen worden, abhängig von der DNA-Quelle. Der Redundanzgrad einer DNA kann aus der Renaturierungsgeschwindigkeit nach Hitzedenaturierung ermittelt werden. Je höher die R., desto schneller vereinigen sich die DNA-Stränge (Cot). Repetitive DNA macht in Abhängigkeit vom Objekt 20-80 % der Gesamt-DNA aus. Durch besonders hohe R. zeichnet sich die Satelliten-DNA aus. Proteincodierende Gene zeigen normalerweise wenig R.; eine bekannte Ausnahme sind die histoncodierenden Gene beim Seeigel. Die Gene für tRNA, 5S-RNA und rRNA sind im Gegensatz zu mRNA-Genen redundant. Die Redundanzwerte für rRNA bewegen sich je nach Objekt zwischen 100 und 7.500.

In Prokaryonten ist Genredundanz bisher nur in Einzelfällen und in geringem Ausmaß nachgewiesen worden.

2) Terminale R., Teil der genetischen Information, der an entgegengesetzten Enden eines Viruschromosoms doppelt vorhanden ist. Sie umfasst bei λ-Phagen 20, bei geradzahligen T-Phagen bis zu 6.000 Nucleotidpaare.

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