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Lexikon der Biochemie: Stickstoffbilanz

Stickstoffbilanz, die Differenz zwischen der Gesamtstickstoffaufnahme eines Organismus und seines Gesamtstickstoffverlusts. Junge, sich im Wachstum befindende Tiere besiten eine positive S., d.h. sie erhalten mehr Stickstoff (als Protein) als sie ausscheiden. Die S. von reifen, gesunden Erwachsenen liegt bei Null, d.h. die Stickstoffaufnahme entspricht genau der Stickstoffausscheidung. Der Mangel an einer essenziellen Aminosäure ruft eine negative S. hervor. Eine Konzentrationsabnahme an einer proteinogenen Aminosäure im Aminosäurepool des Körpers beeinträchtigt die Gesamtproteinsynthese, wodurch die Konzentration aller anderen freien Aminosäuren im Aminosäurepool zunimmt. Dies führt zu einem Überhandnehmen des Abbauwegs und einer Zunahme der Harnstoffbildung. Die klassische Deletionsmethode zur Bestimmung des Bedarfs eines Tieres an einer essenziellen (unentbehrlichen) Aminosäure basiert auf der Messung der S. eines erwachsenen Tieres, das eine vollständige Nahrung bekommt, in der lediglich die Aminosäure fehlt, die untersucht werden soll. Es wird die tägliche Nahrungsaufnahme und der Stickstoffgehalt einer identischen Nahrungsprobe bestimmt. Zur genauen Bestimmung des täglichen Stickstoffverlusts müssen auch ausgefallene Haare, abgestreifte Haut und Schweiß berücksichtigt werden. Im Allgemeinen können diese geringen Beiträge jedoch vernachlässigt werden und es genügt, den Stickstoffgehalt von Fäzes und Harn zur Bestimmung der S. heranzuziehen.

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